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Thema: Hinducken bei Hundekontakt

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  1. #1
    Registrierte Benutzer - unmoderiert Avatar von Eva57
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    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Wäre, wäre nicht Kimba in mein Leben getreten, sondern ein anderer Hund...... dann würde mir die Lauerstellung auch keine grauen Haare machen.

    Ich habe aber im Verkennen, was mein Hund da macht, was er dann als nächstes machte und welche Schlüsse sie nach ein paar wenigen Male daraus schloss, Schlüsse, mit denen wir heute, mit dem7 Jähriger Hund immer noch zu tun haben, viel zu spät reagiert.

    Kimba hat sich als Junghund (ca. halbjährig) auch hingelegt in fixierender Lauerstellung. Kam der andere Hund her, stand sie blirzschnell auf und sie animierte zu einem Laufspiel. Irgendwann registrierte sie aber, dass es da Hunde gab, die auf dieses Lauer-Verhalten von ihr zögerten, unsicher wurden, stoppten, beschwichtigten. Ja was gibt es denn tolleres für einen Junghund zu erleben, wie er Eindruck machen kann?

    Daraufhin liess sie das Laufspiel weg und schoss fadengerade auf den anderen zu.....und erlebte wieder wie das Eindruck macht. Ich habe 3-4 Wochen gebraucht, um zu realisieren was sie sich da lernt. Denn es verlief ja nicht immer so. Die souveränen Hunde liessen sich ja nicht beeindrucken und die hat genau gewusst wer souverän ist. Da ist sie die ersten Meter angerast, einen schönen Bogen und dann ganz freundlich hin begrüssen.

    Ergebnis war, dass ich Kimba nicht mehr einfach frei auf andere Hunde zulaufen lassen konnte, denn sie kostete ihren mind. 95%igen Erfolg weidlich aus. ( Bodycheck, über den Haufen rennen, oder wer unsicher aufmuckte wurde rigoros untergeordnet) und hatte auch kein Problem sich auch voll in eine Schlägerei einzulassen.

    Ich habe Jahre gebraucht um das halbwegs wieder in Ordnung zu bringen. Ich hatte sogar schon mal mehr als ein Jahr und x entspannten Hundebegegnungen gedacht, jetzt ist sie super gelassen und ich kann sie gehen lassen. Aber dann ohne für mich ersichtliches Vorzeichen...der selbe Mist wieder. Ergebnis = ein vor Angst kreischender flüchtender Hund, der den vollen Bodycheck kassierte und dann noch gröhlend paniert wurde im Schlamm. Nein, das ist einfach richtig Mist.

    Und weil ich ja selten sicher einschätzen kann (Kimba kann das aber hervorragend) wie der andere Hund reagiert, wir zudem in einem Land leben, wo der kleinste Hundezoff für mich und den Hund erheblichen polizeilichen und amtlichen Zoff bedeuten kann, hat Kimba keine bewusst zugelassenen spontanen Fremd-Hundekontakte im Freilauf mehr.

    Was nicht heisst, dass sie keine regelmässigen, oder auch neuen Hundekontakte hat. Im Gegenteil, alle die uns kennen, wissen, dass sich Kimba durchaus gut benimmt und grossen Spass hat mit anderen Hunden rumzutoben und unterweg zu sein. Aber wehe da kommt ein neuer dazu... einfach spontan auf..."lass die mal machen" das geht nicht!

    Das heisst für mich also aufpassen, aufpassen und nochmal aufpassen, rechtzeitig Hund zu mir rufen, sichern und im besten Fall mit dem anderen HH abmachen ein paar Minuten mit den angeleinten Hunden laufen und dann...... gibts, gabs keinerlei Probleme.

    Mir stellts heute echt die Haare hoch, wenn ich bei anderen Junghunden dieses Lauern sehe und der HH lässt den Hund machen. Obwohl ich weiss, dass das nicht bei jedem Hund zu dem Verlauf führt, wie bei Kimba. Der Ansatz ist aber da. Ich würde das nicht zulassen. Spätestens, wenn der Hund anfängt aus dem Abliegen heraus auf andere schnurgerade zuzurennen, würde ich reagieren.

    Wie Jajosel schreibt: da kommt ein grosser Brauner ganz schnell.... und das wirkt.

    Gruss Eva
    ara, Kessi, dieLeipziger and 6 others like this.

  2. #2
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    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Zitat Zitat von Eva57 Beitrag anzeigen
    Kimba hat sich als Junghund (ca. halbjährig) auch hingelegt in fixierender Lauerstellung. Kam der andere Hund her, stand sie blirzschnell auf und sie animierte zu einem Laufspiel.irgendwann registrierte sie aber, dass es da Hunde gab, die auf dieses Lauer-Verhalten von ihr zögerten, unsicher wurden, stoppten, beschwichtigten. Ja was gibt es denn tolleres für einen Junghund zu erleben, wie er Eindruck machen kann?

    Daraufhin liess sie das Laufspiel weg und schoss fadengerade auf den anderen zu.....und erlebte wieder wie das Eindruck macht. Ich habe 3-4 Wochen gebraucht, um zu realisieren was sie sich da lernt. Denn es verlief ja nicht immer so. Die souveränen Hunde liessen sich ja nicht beeindrucken und die hat genau gewusst wer souverän ist. Da ist sie die ersten Meter angerast, einen schönen Bogen und dann ganz freundlich hin begrüssen.

    Ergebnis war, dass ich Kimba nicht mehr einfach frei auf andere Hunde zulaufen lassen konnte, denn sie kostete ihren mind. 95%igen Erfolg weidlich aus. ( Bodycheck, über den Haufen rennen, oder wer unsicher aufmuckte wurde rigoros untergeordnet) und hatte auch kein Problem sich auch voll in eine Schlägerei einzulassen.

    Ich habe Jahre gebraucht um das halbwegs wieder in Ordnung zu bringen. Ich hatte sogar schon mal mehr als ein Jahr und x entspannten Hundebegegnungen gedacht, jetzt ist sie super gelassen und ich kann sie gehen lassen. Aber dann ohne für mich ersichtliches Vorzeichen...der selbe Mist wieder. Ergebnis = ein vor Angst kreischender flüchtender Hund, der den vollen Bodycheck kassierte und dann noch gröhlend paniert wurde im Schlamm. Nein, das ist einfach richtig Mist.

    Und weil ich ja selten sicher einschätzen kann (Kimba kann das aber hervorragend) wie der andere Hund reagiert, wir zudem in einem Land leben, wo der kleinste Hundezoff für mich und den Hund erheblichen polizeilichen und amtlichen Zoff bedeuten kann, hat Kimba keine bewusst zugelassenen spontanen Fremd-Hundekontakte im Freilauf mehr.

    Was nicht heisst, dass sie keine regelmässigen, oder auch neuen Hundekontakte hat. Im Gegenteil, alle die uns kennen, wissen, dass sich Kimba durchaus gut benimmt und grossen Spass hat mit anderen Hunden rumzutoben und unterweg zu sein. Aber wehe da kommt ein neuer dazu... einfach spontan auf..."lass die mal machen" das geht nicht!

    Das heisst für mich also aufpassen, aufpassen und nochmal aufpassen, rechtzeitig Hund zu mir rufen, sichern und im besten Fall mit dem anderen HH abmachen ein paar Minuten mit den angeleinten Hunden laufen und dann...... gibts, gabs keinerlei Probleme.

    Mir stellts heute echt die Haare hoch, wenn ich bei anderen Junghunden dieses Lauern sehe und der HH lässt den Hund machen. Obwohl ich weiss, dass das nicht bei jedem Hund zu dem Verlauf führt, wie bei Kimba. Der Ansatz ist aber da. Ich würde das nicht zulassen. Spätestens, wenn der Hund anfängt aus dem Abliegen heraus auf andere schnurgerade zuzurennen, würde ich reagieren.

    Wie Jajosel schreibt: da kommt ein grosser Brauner ganz schnell.... und das wirkt.

    Gruss Eva
    Ich habe aus Evas Beitrag mal das heraus gehoben, was ich für das wichtigste halte.

    Langa hat sich auch so verhalten, wie Eva Kimbas Benehmen beschreibt. Ich bin heute noch froh, dass es nie zu Verletzungen bei den Hunden kam, die einfach überrannt wurden. Nach einigen Vorfällen dieser Art, habe ich jede Lauerhaltung, ob schleichend oder liegend, rigoros unterbunden.
    Heute genügt ein leises "lass´es", wenn die Schleichhaltung mal wieder eingenommen wird.

    Grüße
    Marlene
    Kessi, Eva57 and Monthy like this.

  3. #3
    Basihma, Billie und Nafia Avatar von Rosemarie Karsten
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    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Ein weiterer Aspekt bzgl "Kontrollierbarkeit":

    hört der Hund noch, kurz bevor er in die Lauerstellung geht?
    Hört er noch, wenn er sie bereits eingenommen hat?

    .. die meisten Hunde wohl eher nicht mehr.

    Wobei es sicher nicht in jedem Einzelfall Sinn machen würde, zurückzurufen. Beispielsweise dann nicht, wenn man damit seinen Hund in eine benachteiligte Situation bringen würde.

    Allerdings sollte der Rückruf jederzeit "funzen". Vorstellbar ist zum Beispiel auch, dass, während der Hund in Lauerstellung liegt, genau in dem Moment ein Kleinkind "die Bahn" der zwei Hunde kreuzt, welches dadurch Gefahr läuft, "umgesemmelt" zu werden. ( dieses Beispiel ist aus unserem täglichen Hundealltag gegriffen und keine Utopie). Ebenso gibt es zig weitere Beispiele, wie z B Fahrradfahrer, Autos, etc..

    Daher ein Grund mit, seinen Hund NICHT in die Lauerstellung fallen zu lassen, sondern besser alternative Strategien mit der Fellnase erarbeiten. Zudem macht es Sinn, den Rückruf so zu trainieren, dass er zuverlässig wird/ist.
    Geändert von Rosemarie Karsten (18.02.2016 um 07:17 Uhr)
    Nafia und Bashira, Basihma und Billie im Herzen

  4. #4
    Jajosel
    Gast

    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Ich habe in diesem Faden den aktuell so modischen, viel gebrauchten Begriff "Sozialkompetenz" gelesen.

    Ist "Sozialkompetenz" denn wirklich eine Kategorie in der Hundewelt?

    Oder auch (nur) wieder eine Eigenschaft, die wir beim menschlichen Umgang wünschen, ergo bekommt unser Hund
    das Procedere, das ihn unserer Ansicht nach sozial kompetent(er) machen soll, gleich aufgedrückt.

    Ich spreche jetzt nicht davon, dass man Hunde, egal, wie sie sich verhalten, erst mal alle aufeinander los lassen soll.
    Selbstverständlich gibt es da Regularien, die, wenn sie eingehalten werden, das Zusammenleben leichter machen.

    Eine Frage jedoch, die sich mir in diesem Zusammenhang ernstlich stellt, ist, ob wir unsere Hunde nicht manches Mal nachhaltig verunsichern, wenn wir überall unsere Finger drin haben müssen. In der Weise, dass wir schon im vorauseilenden Gehorsam in ein natürliches Verhalten unseres Hundes alle schlechten Effekte, die dieses Verhalten evtl. haben könnte, hineininterpretieren. Und es somit unterbinden.

  5. #5
    Bayo und 2 Engel Avatar von Monthy
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    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Zitat Zitat von Jajosel Beitrag anzeigen
    Eine Frage jedoch, die sich mir in diesem Zusammenhang ernstlich stellt, ist, ob wir unsere Hunde nicht manches Mal nachhaltig verunsichern, wenn wir überall unsere Finger drin haben müssen. In der Weise, dass wir schon im vorauseilenden Gehorsam in ein natürliches Verhalten unseres Hundes alle schlechten Effekte, die dieses Verhalten evtl. haben könnte, hineininterpretieren. Und es somit unterbinden.
    Da ich WEISS, welchen Effekt dieses - hier angesprochene, spezielle - Verhalten bei und in meinem Hund auslöst, habe ich lieber einmal mehr die Finger drin, um zu unterbinden, als einmal zu wenig.

    Nicht zuletzt ist der RR ein großer, kräftiger Hund, der auf Grund dieser Tatsache allein schon in seinem Verhalten bestätigt wird, da ebenbürtige "Gegner" nicht zu Hauf an jeder Wegecke zu finden sind. Und Erfolge belohnen ungemein in ihrem Verhalten.
    Rosemarie Karsten likes this.
    LG Sabine mit Bayo
    sowie Monthy
    (17.08.2009 - 19.12.2021) und Luna (09.10.2012 - 07.04.2024)
    unvergessen, auf der anderen Seite des Weges
    - Folgt uns auch auf Instagram unter: bayo.the.rhodesianridgeback -

  6. #6
    Jajosel
    Gast

    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Zitat Zitat von Monthy Beitrag anzeigen
    Da ich WEISS, welchen Effekt dieses - hier angesprochene, spezielle - Verhalten bei und in meinem Hund auslöst, habe ich lieber einmal mehr die Finger drin, um zu unterbinden, als einmal zu wenig. (...)
    Aber das ist doch selbstverständlich.
    Zu wissen, dass auf ein Verhalten flugs das andere - unerwünschte - kommt und den Hund gewähren lassen, wäre schlicht und ergreifend doof. Aber auch das soll es geben...

    Wenn ich schreibe "in diesem Zusammenhang", dann nehme ich dieses Bespiel stellvertretend für andere natürliche Verhaltensweisen von Hunden untereinander, die der Mensch je nach Wissen oder auch Nervenstärke als mehr oder weniger bedrohlich empfindet und dementsprechend schon im Ansatz erstickt, bevor auch nur das Geringste passiert ist.

    Wer kennt nicht den überbesorgten (vllt. Erst- oder Kleinhundehalter), der schon in der harmlosesten Interaktion unserer vierbeinigen Lieblinge den Anfang einer üblen Rauferei ahnt. Also setzt er seinen Hund dieser "Gefahr" erst gar nicht aus und stellt damit die Weichen zu einer Verunsicherung seines eigenen Hundes.
    Ähnliche Beispiele gibt es zuhauf.

  7. #7
    Mathuni
    Gast

    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Zitat Zitat von Jajosel Beitrag anzeigen
    Ich habe in diesem Faden den aktuell so modischen, viel gebrauchten Begriff "Sozialkompetenz" gelesen.

    Ist "Sozialkompetenz" denn wirklich eine Kategorie in der Hundewelt?
    Ich denke, dass "Sozialkompetenz" ihren Platz durchaus auch in der Hundewelt hat. Hunde unterlaufen ja ab Wurfdatum auch einem Sozialisierungsprozess - und sind irgendwann kompetent. Oder auch nicht. Völlig unfachmännisch und nur aus dem Bauch heraus wird dieser Prozess für mich in seinem Ablauf von drei verschiedenen Dingen gesteuert, die an einer bereits vorgegebenen genetischen Charakter-/Wesensdisposition ansetzen und diese sozusagen feintunen. Die drei Dinge sind das eigene Verhalten, die Reaktion des Gegenübers auf eben dieses Verhalten bzw. die unmittelbaren Konsequenzen und die Steuerung von aussen durch Dritte. Da unterscheidet sich Junghund für mich nicht groß vom Menschenkind.

    Das Schwierige für uns als Dritte (egal, ob Eltern oder Hundehalter) ist es, zu erkennen und zu entscheiden, wann wir besser eingreifen/steuern und wann nicht. Ich empfinde das auch nach 2 RR- und nach 2 Kinder-Heranwachszeiten einfach als schwierig und hab den Löffel, auf dem die Weisheit bequem feilgeboten wird, immer noch nicht kredenzt bekommen...

    Um bei den Hunden zu bleiben: Bei Rose bin ich das Thema der Sozialkompetenz von Babybeinen an sehr, sehr bewusst angegangen. Mir war wichtig, dass sie ihre eigenen Erfahrungen macht und erlebt, was auf das eigene Verhalten für Konsequenzen kommen können. Dabei war mir aber auch wichtig, dass sie nicht verwirrende Psychokrisen eines sozial komplett inkompetenten Hundes abkriegt (bei Buki war ein solcher Kontakt nachhaltig sehr blöde), sondern ein sozial klares Gegenüber hat. Es gab schlichtweg über geraume Zeit keinen unabgesprochenen zufälligen Hundespielkontakt. Bei mir völlig fremden Hunden blieb sie bei mir. Punkt. Keine Experimente an potentiellen Psychokrüppeln. Ich hab gerade in Roses erstem halben Lebensjahr mit Buki als hilfreichem Assistenten daran "gearbeitet", dass sie in sozial sicherer Umgebung lernt, Konflikte (vor allem die selbstproduzierten) zwar bis zu einem betimmten Grad selbst auszutragen, im sie zu sehr fordernden Konfliktfall dann aber auch zu mir zu kommen und Frauchen das machen zu lassen. Wir haben uns oft mit Bekannten und ihren (mir ebenfalls bekannten und klaren) Hunden getroffen, damit sie verschiedenste Hunde kennenlernt. Dabei war mir wichtig, dass sie selbst frei interagieren und Grenzen testen kann - aber bereits mit der Auswahl des jeweiligen Hundepartners habe ich ja schon gesteuert. Ich habe sie bestätigt, wenn sie einen aufdringlichen Rüden weggeknurrt hat und ich hab sie zur Raison gemahnt, wenn sie zickenmäßig rumgemobbt hat. Was ich erreichen wollte, habe ich erreicht. Rose braucht mich genaugenommen sozial gar nicht mehr, weil sie auf eigenen Beinen stehen kann und sehr selbstbewusst ist, dennoch orientiert sie sich sehr an mir. Ab und an ist sie etwas zickig, aber sie weiß ganz genau, was wann auch in die Hosen gehen kann und hütet sich, einen Ernstfall zu produzieren. Andererseits kann sie auch unglaublich geduldig sein und sehr feinfühlig und passend auf soziale Problemhunde reagieren.

    Was mich im heutigen Normalalltag oft unglaublich annervt, sind die "der tut-nix-und-wurde-aus-einer-Tötungsstation-gerettet-und-wir-haben-uns-alle-lieb"-Besserhundehalter, die sich eigentlich noch nie mit dem Ausdrucksverhalten von Hunden beschäftigt haben. Nein. Wir haben uns nicht automatisch alle lieb. Weder die Hunde noch die Menschen. Das ist weder in Hundes noch in Menschens genetischem Code. Nein. Wir wollen nicht automatisch mit jedem spielen. Herrgott, wie sehr freue ich mich immer über andere Hundehalter, die noch Hunde sehen und die nicht automatisch die Erwartungshaltung der Friedefreudeeierkuchenwelt haben. Die nicht hohldrehen und das Ordnungsamt bemühen, nur weil sich die Hunde mal kurz anbrummen und dann sich gegenseitig ignorierend ihrer Wege gehen, ohne "soooo nett" zu "spielen" . Bei solchen Begegnungen darf Hund wenigstens noch Hund sein.

    LG

    Susanne
    Kessi and Eva57 like this.

  8. #8
    Jajosel
    Gast

    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Zitat Zitat von Mathuni Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass "Sozialkompetenz" ihren Platz durchaus auch in der Hundewelt hat. Hunde unterlaufen ja ab Wurfdatum auch einem Sozialisierungsprozess - und sind irgendwann kompetent. Oder auch nicht. Völlig unfachmännisch und nur aus dem Bauch heraus wird dieser Prozess für mich in seinem Ablauf von drei verschiedenen Dingen gesteuert, die an einer bereits vorgegebenen genetischen Charakter-/Wesensdisposition ansetzen und diese sozusagen feintunen. Die drei Dinge sind das eigene Verhalten, die Reaktion des Gegenübers auf eben dieses Verhalten bzw. die unmittelbaren Konsequenzen und die Steuerung von aussen durch Dritte. Da unterscheidet sich Junghund für mich nicht groß vom Menschenkind.

    Das Schwierige für uns als Dritte (egal, ob Eltern oder Hundehalter) ist es, zu erkennen und zu entscheiden, wann wir besser eingreifen/steuern und wann nicht. Ich empfinde das auch nach 2 RR- und nach 2 Kinder-Heranwachszeiten einfach als schwierig und hab den Löffel, auf dem die Weisheit bequem feilgeboten wird, immer noch nicht kredenzt bekommen..
    .
    Ja. So betrachtet hast du Recht: "der Hund, ein soziales Wesen". Insofern ist der Begriff der "Sozialkompetenz"
    angebracht.
    Zitat Zitat von Mathuni Beitrag anzeigen
    (...) Was ich erreichen wollte, habe ich erreicht. Rose braucht mich genaugenommen sozial gar nicht mehr, weil sie auf eigenen Beinen stehen kann und sehr selbstbewusst ist, dennoch orientiert sie sich sehr an mir. Ab und an ist sie etwas zickig, aber sie weiß ganz genau, was wann auch in die Hosen gehen kann und hütet sich, einen Ernstfall zu produzieren. Andererseits kann sie auch unglaublich geduldig sein und sehr feinfühlig und passend auf soziale Problemhunde reagieren.
    Diese Schilderung erinnert mich stark an meine verstorbene Selma - mit einigen wenigen Einschränkungen -
    Vielleicht resultieren diese Einschränkungen daraus, dass ich ihre Erziehung nicht halb so "generalstabsmässig" angegangen bin wie du, Susanne. Und dann war sie ja ein "zurück gegebener Welpe" als sie zu uns kam und hatte merklich schon Erfahrungen gemacht, die wir ihr ziemlich wahrscheinlich nicht zugemutet hätten.

    Nun ja, das ist nun passé - was ich eigentlich sagen will mit meinem Vergleich:
    Möglicherweise steckt in unseren Hunden mehr "Erwünschtes" als wir uns in unserem Erziehungseifer träumen lassen.
    Vielleicht überschätzen wir uns in unserem Einfluss auf unsere vierbeinigen Begleiter ja auch?

    Nein, ich rede hier nicht dem Laissez Faire Prinzip das Wort und es ist mir durchaus bewusst, wie sehr Hunde ein Leben lang unter ungünstigen Startbedingungen leiden können, und mit ihnen ihre Umwelt - dennoch habe ich hin und wieder den Eindruck, dass unsere Erziehungsziele immer mehr und immer anspruchsvoller werden, dass wir den Tieren das beschneiden, was sie zur Ruhe kommen lässt, was aus ihnen in sich ruhende, ausgeglichene, und ja: "sozial kompetente" Charaktere werden lässt.
    (Ich glaube @SaBine zog neulich die Parallele von der überbetulichen Kindererziehung zu der ebensolchen Hundeerziehung. Da möchte ich mich anschliessen.)

    Zitat Zitat von Mathuni Beitrag anzeigen
    Was mich im heutigen Normalalltag oft unglaublich annervt, sind die "der tut-nix-und-wurde-aus-einer-Tötungsstation-gerettet-und-wir-haben-uns-alle-lieb"-Besserhundehalter, die sich eigentlich noch nie mit dem Ausdrucksverhalten von Hunden beschäftigt haben. Nein. Wir haben uns nicht automatisch alle lieb. Weder die Hunde noch die Menschen. Das ist weder in Hundes noch in Menschens genetischem Code.
    Das Konglomerat der o.a. Eigenschaften erscheint mir für individuelle HH auch ein bisschen viel, ehrlich gesagt.
    Ja, es gibt die, die sich nicht mit dem Ausdrucksverhalten von Hunden auseinandersetzen. Aber die gibt es quer durch alle HH Schichten, die, die den edelsten Rassehund mit den besten Anlagen versauen, weil man so ein Tier braucht, um seinen sozialen Status zu untermauern. Und es gibt auf der ganz anderen Seite der Skala jene, die durchaus "Hunde-kompetent" den Kreaturen eine Chance geben, die bisher nie Glück in ihrem Dasein hatten.

    Ja, das "Liebe-Gen" gibt es wohl nicht automatisch in der Grundausstattung, nicht beim Hund, nicht bei uns.
    Aber meines Wissens auch nicht das "Ich zerstör dich - Gen", wie das im Umkehrschluss so gerne angenommen wird.

    Zitat Zitat von Mathuni Beitrag anzeigen
    Herrgott, wie sehr freue ich mich immer über andere Hundehalter, die noch Hunde sehen und die nicht automatisch die Erwartungshaltung der Friedefreudeeierkuchenwelt haben. Die nicht hohldrehen und das Ordnungsamt bemühen, nur weil sich die Hunde mal kurz anbrummen und dann sich gegenseitig ignorierend ihrer Wege gehen, ohne "soooo nett" zu "spielen" . Bei solchen Begegnungen darf Hund wenigstens noch Hund sein.
    Jahaaa - genau das meine ich!

  9. #9
    Mathuni
    Gast

    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Zitat Zitat von Jajosel Beitrag anzeigen
    .
    ... Ja, es gibt die, die sich nicht mit dem Ausdrucksverhalten von Hunden auseinandersetzen. Aber die gibt es quer durch alle HH Schichten, die, die den edelsten Rassehund mit den besten Anlagen versauen, weil man so ein Tier braucht, um seinen sozialen Status zu untermauern. Und es gibt auf der ganz anderen Seite der Skala jene, die durchaus "Hunde-kompetent" den Kreaturen eine Chance geben, die bisher nie Glück in ihrem Dasein hatten...
    Da muss ich ganz ehrlich gestehen, dass ich inzwischen (durchaus auch ungerecht) voreingenommen bin. Das sind so Vorurteils-Allüren, gegen die ich früher ganz gut gefeit war und die ich selbst ganz laut bekämpft habe. Nachdem ich hier in der provinziellen Idylle aber in drei Jahren nahezu alle nur erdenklichen Blüten des Irrsinns bis hin zu Polizei, Ordnungsamt, Anwalt, Sachverständigem und Unterlassungsklagedrohung erlebt habe und das ausnahmslos mit den Tutnixen (vor allem nicht hören) und deren Gutmensch-Haltern, bin ich irgendwie vom rechten Pfad der Unvoreingenommenheit abgekommen.

    LG

    Susanne
    Asani Hekima likes this.

  10. #10
    Bayo und 2 Engel Avatar von Monthy
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    Standard AW: Hinducken bei Hundekontakt

    Zitat Zitat von Eva57 Beitrag anzeigen
    Wäre, wäre nicht Kimba in mein Leben getreten, sondern ein anderer Hund...... dann würde mir die Lauerstellung auch keine grauen Haare machen.

    Ich habe aber im Verkennen, was mein Hund da macht, was er dann als nächstes machte und welche Schlüsse sie nach ein paar wenigen Male daraus schloss, Schlüsse, mit denen wir heute, mit dem7 Jähriger Hund immer noch zu tun haben, viel zu spät reagiert.

    Kimba hat sich als Junghund (ca. halbjährig) auch hingelegt in fixierender Lauerstellung. Kam der andere Hund her, stand sie blirzschnell auf und sie animierte zu einem Laufspiel. Irgendwann registrierte sie aber, dass es da Hunde gab, die auf dieses Lauer-Verhalten von ihr zögerten, unsicher wurden, stoppten, beschwichtigten. Ja was gibt es denn tolleres für einen Junghund zu erleben, wie er Eindruck machen kann?

    Daraufhin liess sie das Laufspiel weg und schoss fadengerade auf den anderen zu.....und erlebte wieder wie das Eindruck macht. Ich habe 3-4 Wochen gebraucht, um zu realisieren was sie sich da lernt. Denn es verlief ja nicht immer so. Die souveränen Hunde liessen sich ja nicht beeindrucken und die hat genau gewusst wer souverän ist. Da ist sie die ersten Meter angerast, einen schönen Bogen und dann ganz freundlich hin begrüssen.

    Ergebnis war, dass ich Kimba nicht mehr einfach frei auf andere Hunde zulaufen lassen konnte, denn sie kostete ihren mind. 95%igen Erfolg weidlich aus. ( Bodycheck, über den Haufen rennen, oder wer unsicher aufmuckte wurde rigoros untergeordnet) und hatte auch kein Problem sich auch voll in eine Schlägerei einzulassen.

    Ich habe Jahre gebraucht um das halbwegs wieder in Ordnung zu bringen. Ich hatte sogar schon mal mehr als ein Jahr und x entspannten Hundebegegnungen gedacht, jetzt ist sie super gelassen und ich kann sie gehen lassen. Aber dann ohne für mich ersichtliches Vorzeichen...der selbe Mist wieder. Ergebnis = ein vor Angst kreischender flüchtender Hund, der den vollen Bodycheck kassierte und dann noch gröhlend paniert wurde im Schlamm. Nein, das ist einfach richtig Mist.

    Und weil ich ja selten sicher einschätzen kann (Kimba kann das aber hervorragend) wie der andere Hund reagiert, wir zudem in einem Land leben, wo der kleinste Hundezoff für mich und den Hund erheblichen polizeilichen und amtlichen Zoff bedeuten kann, hat Kimba keine bewusst zugelassenen spontanen Fremd-Hundekontakte im Freilauf mehr.

    Was nicht heisst, dass sie keine regelmässigen, oder auch neuen Hundekontakte hat. Im Gegenteil, alle die uns kennen, wissen, dass sich Kimba durchaus gut benimmt und grossen Spass hat mit anderen Hunden rumzutoben und unterweg zu sein. Aber wehe da kommt ein neuer dazu... einfach spontan auf..."lass die mal machen" das geht nicht!

    Das heisst für mich also aufpassen, aufpassen und nochmal aufpassen, rechtzeitig Hund zu mir rufen, sichern und im besten Fall mit dem anderen HH abmachen ein paar Minuten mit den angeleinten Hunden laufen und dann...... gibts, gabs keinerlei Probleme.

    Mir stellts heute echt die Haare hoch, wenn ich bei anderen Junghunden dieses Lauern sehe und der HH lässt den Hund machen. Obwohl ich weiss, dass das nicht bei jedem Hund zu dem Verlauf führt, wie bei Kimba. Der Ansatz ist aber da. Ich würde das nicht zulassen. Spätestens, wenn der Hund anfängt aus dem Abliegen heraus auf andere schnurgerade zuzurennen, würde ich reagieren.

    Wie Jajosel schreibt: da kommt ein grosser Brauner ganz schnell.... und das wirkt.

    Gruss Eva
    In Evas Beitrag finde ich mich mit Monthy 1:1 wieder.
    Und ich danke sehr für diesen Post, der 100% meine Auffassung teilt, in jedem Wort.

    Ich lasse Lauerstellung, Anpirschen und dieses Zustürmen auf den anderen Hund nicht zu. Monthy macht das auch nicht mehr. Selbst wenn ich Laufen lassen würde, dieses Verhalten ist aus seinem Repertoire gelöscht, jedoch nicht so gelöscht, dass er darauf nicht negativ reagiert, wenn ein anderer Hund sich so verhält. Er mag es nicht und das zeigt mir, dass dieses Verhalten für mich nicht verharmlost werden und als "Spielaufforderung" aufgefasst werden darf.

    Lauerhaltung, Abwarten, um dann mit der zusätzlich gewonnenen Energie des urplötzlichen Aufspringens (Schnellstart sozusagen) auf den anderen frontal zuzustürmen, womöglich noch durch gazellenartige Hopser untermauert, die nichts anderes signalisieren, als sich noch größer zu machen als man ohnehin schon ist, ist bedrohlich, soll einschüchtern und hat mit Spiel nichts zu tun.
    Hunde, die uns derart entgegentreten, werden in großem Bogen deeskalierend umgangen. Stürmen sie dennoch auf uns zu, schrecke ich auch nicht davor zurück sie zu verjagen, weil ich weiß, wie mein Hund darauf reagiert: Definitiv nicht NETT!

    Die "Wegelagerer", die liegen bleiben und sich beschnüffeln lassen, sind anders motiviert. Sie signalisieren tatsächlich, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht.

    Da ICH als Mensch, der die Verantwortung für die Unversehrtheit seiner Umwelt trägt, aber nicht abschätzen kann, welcher Art "Wegelagerer" ich da begegne, ist grundsätzlich erst einmal deeskalierendes Bogenlaufen meine Wahl.

    Mein Hund hat im Anschluss an solche Situationen, immer noch genügend Zeit sein "Hundsein" ausgiebigst ausleben zu dürfen.
    Geändert von Monthy (18.02.2016 um 12:49 Uhr)
    LG Sabine mit Bayo
    sowie Monthy
    (17.08.2009 - 19.12.2021) und Luna (09.10.2012 - 07.04.2024)
    unvergessen, auf der anderen Seite des Weges
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