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Thema: Meine Gedichte, meine Lieblingsgedichte

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  1. #1
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    Standard AW: Meine Gedichte, meine Lieblingsgedichte

    Mein Gedicht handelt der jetzigen Jahreszeit:

    von Theodor Fontane

    Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
    Reseden und Astern im Verblühn.
    Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht.
    Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.
    Und doch ob Herbst auch,die Sonne glüht-
    Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüht!
    Banne die Sorge, genieße, was frommt,
    Eh Stille, Schnee und Winter kommt.

    LG DAYMINI

  2. #2
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    Standard AW: Meine Gedichte, meine Lieblingsgedichte

    Die hundeverrückte Frau...

    - ist eine sentimentale Närrin. In ihrem Haus hängen mindestens 10 gerahmte Bilder, mindestens 20 x 20vom Hund und sie trägt einen uralt verknitterten Schnappschuss vom Mann , irgendwo in den Tiefen ihrer Geldbörse mit sich rum.

    - ist leicht ausfindig zu machen. Entweder spaziert sie mit ihrem Hund, oder sie klebt am Computer und liest Hundeblogs.

    -hat eine merkwürdige Doppelmoral.Knuddelt auch den schmutzgsten, ungepflegtesten Hund, prallt aber zurück , wenn der Menschenmann unrasiert ist.

    -ist gesellschaftlich eine Wucht. Vorausgesetzt die Party wird von einer anderen Hundenärrin veranstaltet.Bei allen anderen Gelegenheiten schläft sie mit dem Gesicht in der Suppentasse ein!

    - Ist außerordentlich sparsam. Sie wird ihr Geld niemals in teuren Boutiquen oder auf Schönheitsfarmen ausgeben.

    - ist ein kulinarischer Perfektionist.Sie überprüft jeder Inhaltsangabe auf dem Futtersack und backt Hundekekse, aber zuckt noch nicht...fügt einen Gesellschaftshund hinzu, der jedoch nicht ohne seinen weiteren Kumpel bleiben kann.

    -behält ein kritisches Auge auf das Budget. Sie gibt locker 500 Euro für den Tierarzt aus, während sie 50 Euro für eine neue Krawatte für völlig überzogen hält.

    -liebt Konversation. Sie kann stundenlange über Wurmpasten referieren,oder über die Vor und Nachteile einer Kastration diskutieren.

    -ist außerordentlich Gesellschaftsfähig. Sie weiß das sie nur zu besonderen Anlässen eine saubere Hose anziehen muß.

    -ist auslösender Faktor für ständige Umzüge der Familie, Umzug für Umzug will sie immer weiter aufs (Hunde)Land ziehen und ist immer weiter weg von Menschenmanns Job.

    -ist leicht glücklich zu machen- Eine neue Hundeleine , ein Dummy oder auch nur ein faltbarer Trinknapf werden sie glücklich machen.

    -zeigt ihre Zuneigung auf ungewöhnliche Weise, ihr könnt es glauben oder nicht, aber wenn sie einem Mann den Nacken klopft, und ‘brav’ oder ‘fein’ sagt, dann liebt sie ihn.

  3. #3
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    Standard AW: Meine Gedichte, meine Lieblingsgedichte

    Das rosa Tütchen

    Als ich eines Tages, ...
    wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir.
    Sie spürte meine Stimmung und fragte:
    "Warum bist du so traurig?"
    "Ach" sagte ich "Ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll".
    "Hmmm", meinte das Mädchen, "Wo hast du denn dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen."
    "Was für ein rosa Tütchen?" fragte ich sie verwundert. "Ich habe nur ein schwarzes Tütchen."
    Wortlos reichte ich es ihr.
    Vorsichtig öffnet sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte, wie sie erschrak.
    "Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!"
    "Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern."
    "Hier nimm," meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. "Sieh hinein!"
    Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war!
    "Wo ist dein schwarzes Tütchen?" fragte ich neugierig.
    "Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum" sagte sie.
    "Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich soviel wie möglich hinein. Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort besser.
    Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!"
    Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.
    Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen.
    Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein.
    Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte...

  4. #4
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    Standard AW: Meine Gedichte, meine Lieblingsgedichte

    HIMMEL AUCH FÜR TIERE...Ein Mann wanderte mit seinem Pferd und seinem Hund eine Straße entlang. Als sie an einem riesigen Baum vorbeikamen, wurden sie von einem Blitz getroffen und starben.

    Der Mann jedoch begriff nicht, dass er diese Welt verlassen hatte, und ging mit seinen beiden Tieren immer weiter. Manchmal brauchen die Toten eine ganze Weile, bis sie sich ihrer neuen Lage bewußt werden …

    Der Weg war sehr weit und führte bergauf. Die Sonne brannte, und sie schwitzten und hatten großen Durst. Sie brauchten unbedingt etwas Wasser. An einer Biegung des Weges sahen sie ein wunderschönes Tor ganz aus Marmor, durch das man auf einen mit goldenen Steinen gepflasterten Platz gelangte. In dessen Mitte befand sich ein Brunnen, aus dem kristallklares Wasser floß.
    ...
    Der Wanderer wandte sich an den Mann, der das Tor bewachte. “Guten Tag.”

    “Guten Tag”, antwortete der Mann.” “Was für ein wunderschöner Ort ist das hier?” “Das ist der Himmel.” “Wie gut, dass wir im Himmel angelangt sind, wir haben großen Durst.” “Ihr könnt herein kommen und so viel Wasser trinken, wie Ihr mögt.” Und der Wächter wies auf den Brunnen. “Mein Pferd und mein Hund haben auch Durst.” “Tut mir leid, aber Tiere dürfen hier nicht hinein.”

    Der Mann war sehr enttäuscht, denn er hatte wirklich großen Durst, aber allein würde er nicht trinken. Er bedankte sich und ging weiter. Nachdem sie lange gegangen und schon ganz erschöpft waren, kamen sie an einen Ort und dort vor eine alte Tür, die auf eine Allee aus gestampfter Erde führte.

    Unter einem Baum lag ein Mann, den Hut tief ins Gesicht bezogen, und schien zu schlafen.

    “Guten Tag”, sagte der Wanderer. Der Mann nickte ihm zu. “Wir haben großen Durst, mein Hund, mein Pferd und ich.”

    “Dort zwischen den Steinen gibt es eine Quelle”, sagte der Mann und zeigte dorthin. “Ihr könnte so viel trinken, wie ihr wollt.”

    Der Mann, das Pferd und der Hund gingen zur Quelle, und alle löschten ihren Durst. Dann kehrten sie zu dem Mann zurück, um sich zu bedanken.

    “Wie heißt dieser Ort denn eigentlich?”

    “Himmel.”

    “Himmel? Aber der Wächter am Marmortor sagte, dass dort der Himmel sei.”

    “Das ist nicht der Himmel, das ist die Hölle.”

    Der Wanderer war verwirrt. “Gegen solche irreführenden Auskünfte sollte etwas unternommen werden. Sie könnten ein großes Durcheinander anrichten.”

    Der Mann lächelte: “Überhaupt nicht. Die tun uns sogar einen großen Gefallen. Denn dort landen alle, die es fertigbringen, ihre besten Freunde im Stich zu lassen …”

  5. #5
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    Liebst du eine Hundeverrückte Frau?

    Mich zu lieben heißt, ...

    ...mich im Zweifel bei den Hunden zu finden, statt staubwedelnd und blumengießend in der Wohnung, wenn er nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommt.

    ...den Geruch von nassen Hund zu mögen, statt von den Düften des Orients umschmeichelt zu werden.

    ...mir zum Geburtstag keine Rosen schenken zu dürfen, sondern ein paar neue Leinen zum Gassi gehen

    ...stundenlang im Hundesportgeschäft zu warten, bis endlich eine gutsitzende, neue Hundeführerweste erstanden ist.

    ...die Auslagen der Juweliere mit Missachtung zu strafen, stattdessen gute Preise beim Futterlieferranten für Futter auszuhandeln.

    ...im strömenden Regen durch die Nacht zu stiefeln, um nach dem ausgebüchsten Hund zu suche.

    ...nachts mit in der Wurfkiste wache zu halten, statt sich genüßlich in weiche Kissen zu kuscheln.

    ...morgens auf das Frühstück solange zu warten, bis zuerst die Hunde gefüttert sind.

    ...tagelang zu Fuß in glühender Sonne auf staubigen Wegen unterwegs zu sein, statt stundenlang im Schatten der Bäume in einer Hängematte zu baumeln.

    ...vom Anblick derber Jeans, grober Pullover und zerzauster Haare entzückt zu sein, anstatt stets ein adrettes Weib sein Eigen zu nennen.

    ...auf die schicke, teure Lederjacke zu verzichten, weil eine neue Hundebox und die Tierarztrechnung längst fällig sind.

    ...einen Tag nach dem kostspieligen Friseurbesuch wieder mit dem gewohnten Anblick vorlieb zu nehmen, weil der Sturm Figaros Künste im Nu wieder zerstört. ..

    ...auf Urlaub, Meerestrand und Poolpartys zu verzichten, um einen Hundeanhänger kaufen zu können.

    ...mir zu Weihnachten warme Gummistiefel unter den Christbaum zu stellen, anstatt samtner Geschmeide und hochhackiger Pumps.

    ...zweimal die Woche Lotto zu spielen, um gemeinsam den Traum eines Aussiedlerhofes träumen zu können.


    Mich zu lieben heißt, ...

    ...ziemlich verrückt zu sein

  6. #6
    Soul mate Bitch Avatar von Perro
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    Nikos Weihnachtsmann Tei I

    Stets hatte Floh, die braune Mischlingshündin, ihrem Herrn, dem Bauern Mehwald, treu gedient. Sie bellte mutig, wenn Fremde auf den Hof kamen und achtete auf die Kinder des Bauern,wenn sie in der Nähe des kleinen Baches spielten. Einmal war es ihr sogar gelungen,mit lautem Gebell einen Fuchs zu verjagen, bevor er in den Hühnerstall einbrechen konnte. Sie führte nicht gerade ein luxuriöses Leben, seit sie vor sechs Jahren als Welpe auf den Hof kam, aber sie konnte zufrieden sein. Im Stall fand sich immer ein warmes Plätzchen zum Schlafen im Stroh, zu Fressen gab es auch genug und ab und zu steckte die Bäuerin einen Leckerbissen zu.
    Besonders liebte Floh die Kinder, die mit ihr tobten und spielten. Wenn dieZ eit kam, dass Floh läufig wurde, sperrte sie die Bäuerin in den Auslauf zu den Hühnern. Doch diesmal hatte die Bäuerin nicht aufgepasst und Rex, der Hund vom Bauern Lars hatte die Gelegenheit genutzt und nun bekam Floh Babys.
    Die Wochen waren vergangen und irgendwann ließ sich das Missgeschick nicht mehr verheimlichen.
    Anfang November warf Floh fünf Welpen. Die Bäuerin hatte ihr eine Kiste in der warmen Küche zu Recht gemacht und ihr bei der Geburt beigestanden. Am Nachmittag kam der Bauer mit einem Korb, nahm die fünf Welpen, legte sie hinein und verließ die Küche. Floh war außer sich. Warum nahm man ihr die Welpen weg ?
    Was sollte mit ihnen geschehen ? Sie schrie und winselte, bellte und sprang an der Bäuerin hoch. Doch diese sah sie nur traurig an, streichelte sie und gab ihr ein paar Leckerbissen. Floh wollte sich aber nicht beruhigen, sie rannte zur Tür und kratzte jaulend daran. Bis die Bäuerin sie dann nach einer Stunde hinaus ließ. Floh lief umher und suchte, schaute in jede Ecke und schnupperte überall herum. Sie war so verzweifelt, doch sie konnte ihre Welpen nicht finden. Irgendwann trieb sie ihr Instinkt zum Misthaufen. Und da lagen die Welpen. TOT! Der Bauer hatte sie alle getötet und dann dorthin geworfen.
    Floh sah ihre Welpen und leckte über die kleinen Körper. Auf einmal war es ihr, als hätte einer der Welpen gezuckt. Sie leckte nochmals und schnupperte. Tatsächlich - einer der Welpen schien noch am Leben zu sein. Sie nahm ihn vorsichtig ins Maul und trug ihn in den warmen Stall, in eine Ecke, wo sie sich manchmal versteckte, um einen Knochen, den sie bekommen hatte, in Ruhe aufzufressen. Hier lagen ein paar alte Säcke und ein bisschen Stroh, auf das sie jetzt ihren Welpen legte.
    Viel Leben war nicht mehr in ihm. Er zuckte schwach und ab und zu wimmerte er kaum hörbar. Floh leckte zärtlich über den kleinen kalten Körper, bis er wieder ganz warm war. Dann legte sie sich so zurecht, dass er an einer ihrer Zitzen trinken konnte. Die Wärme und die Nahrung ließen den Welpen wieder zu sich kommen. Bald schon trank er kräftig seine Milch. Floh war glücklich, aller Kummer war vergessen, sie hatte ein Baby. Zärtlich schaute sie den kleinen Rüden an: " Ich werde dich NIKO nennen, denn bald ist Nikolaus und daran erinnere ich mich gerne".
    Beschenkte doch die Bäuerin alle Tiere des Hofes am Nikolausmorgen. Letztes Jahr gab es für Floh ein neues Halsband und einen großen Hundekuchen. Floh liebte den kleinen Niko. So oft sie konnte war sie bei ihm. Hierbei musste sie immer sehr vorsichtig sein, denn niemand durfte merken, dass es Niko gab. Nach 14 Tagen merkte Floh glücklich: Niko öffnete die Augen. Er konnte jetzt sehen und hören. Wie alle Mütter, so auch Hundemütter, sang sie ihrem Sohn Lieder vor. Sie streichelte ihn mit ihrer Zunge und als Niko die ersten Gehversuche machte, unterstützte sie ihn mit ihrer Schnauze.



    im nächsten Post geht es weiter....


    "Fortiter in re, suaviter in modo."

    "Aber jeder nur ein Kreuz"

    __________________________________________________ ___________________

    Ein Hund auf dem Sofa ist mit Sicherheit keine Vermenschlichung. Es ist ein Hund auf dem Sofa, mehr nicht. Es ist ein Hund auf einem bequemen Ruheplatz.



  7. #7
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    Standard AW: Meine Gedichte, meine Lieblingsgedichte


    Nikos Weihnachtsmann Tei II

    Floh war keine erfahrene Hundemutter, sonst hätte sie schon früher bemerkt, dass mit Niko etwas nicht stimmte. Er konnte sich auf den Vorderbeinen hochstemmen, doch die Hinterbeine gehorchten ihm nicht, nur die Schwanzspitze bewegte sich etwas, wenn er seine Mutter begrüßte. Floh ermunterte ihren Sohn, es immer wieder zu probieren,wobei sie ihm soweit es ihr möglich war, half. Irgendwann begriff sie, Niko würde nie laufen können. Floh war verzweifelt, sie weinte viel. Die Tage vergingen, Niko wurde älter und fragte sie immer öfter: "Wie lange dauertes noch, bis ich gehen und laufen kann, und wann gehst Du mit mir hinaus?"Niko verbrachte seine Tage damit, aus seinem Versteck heraus die anderen Tiere zu beobachten. Gespannt lauschte er den Geschichten, die sie sich untereinander erzählten.

    Wenn Floh zu ihm kam, bestürmte er sie immer mit tausend Fragen: "Mutter, was ist Gras - Mutter, was sind Blätter - Mutter was ist Schnee und Mutter, was ist Weihnachten und was ist ein Weihnachtsmann?" Floh beantwortete ihm so gut es ging seine Fragen. Einmal brachte sie ihm ein trockenes Blatt mit. Ein anderes Mal hatte sie einen Schneeball im Maul. So lernte Niko durch Erzählungen die Außenwelt kennen. Floh wollte nicht wahrhaben, wie krank Niko wirklich war. Trotz ihrer Pflege und Zuwendung wurde er immer schwächer. So gerne sie es wollte, sie vermochte ihm nicht zu helfen.
    Es war Heilig Abend und die Bäuerin bedachte alle Tiere mit einem Geschenk.Floh schenkte sie eine neue Futterschüssel in der eine große Keule vom Gänsebraten lag. Floh dachte nur an Niko und wollte nicht in der warmen Stube unter dem Tannenbaum liegen. Sie kratzte so lange an der Tür, bis die Kinder sie hinaus ließen. Sofort lief sie zu Niko in den Stall um ihm die Gänsekeulezu bringen. Aufgeregt erwartete Niko sie, seine Stimme überschlug sich, als er sie fragte: "Mutter, wie sieht ein Tannenbaum aus ? Mutter, was sind Kerzen ? Mutter, kennst Du ein Weihnachtslied ? Sing es mir bitte und erzähl mir eine Weihnachtsgeschichte. " Als Floh das Lied "Stille Nacht"anschlug, sangen alle Tiere des Stalles mit. Es war ein prächtiger Chor. Es war eine feierliche Stimmung und die Tiere beschlossen noch einige Geschichten zu erzählen. Es waren lustige Geschichten und alle Tiere lachten laut. Als sich die Stimmung wieder beruhigt hatte, erzählte Floh noch die Weihnachtsgeschichte. Sie änderte die Geschichte nur ein wenig ab. Niko zuliebe erzählte sie, dass ein Hund die Krippe mit dem Christuskind warm gehalten hatte. Niko hörte allen Geschichten aufmerksam zu. "Mutter" fragte Niko "kommt der Weihnachtsmann auch zu kleinen Hundekindern? Dürfen Hundekinder sich auch etwas zu Weihnachten wünschen? Mutter, ich möchte so gerne laufen können und draußen spielen und Löcher graben. Meinst Du, wenn ich ganz doll drum bitte, der Weihnachtsmann erfüllt mir meinen Wunsch ?" Floh war es sehr schwer ums Herz und wie Mütter sind, griff sie zu einer Notlüge: "Ja Niko, auch wenn Hundekinder sich etwas wünschen, kommt der Weihnachtsmann." Im Stall war Ruhe eingekehrt. Alle Tiere schliefen. Eng aneinander gekuschelt schliefen auch Floh und Niko ein. Floh - tot unglücklich ihrem Sohn nicht helfen zu können und Niko in freudiger Erwartung, dass der Weihnachtsmann ihm über Nacht seinen Wunsch erfüllen würde. Irgendetwas hatte Floh geweckt; die anderen Tiere im Stall waren auch erwacht. Floh schlug die Augen auf. Im Stall, ganz hoch oben unterm Dach, leuchtete ein kleiner Stern und seine Strahlen fielen auf Niko.
    Er hatte seine Augen weit geöffnet und sein Gesicht strahlte vor Glück. Floh sprach ihn an, aber er schien sie nicht zuhören. Seine Vorderbeine bewegten sich, als liefe er über Felder, seine Rute schlug, er bellte, er winselte: "Mutter, es ist so schön. Der Weihnachtsmann hat mich gestreichelt und ich kann laufen. Ich laufe über die Wiese und jage Schmetterlinge, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und die Blumen duften so wundervoll, es ist alles noch schöner als Du es mir immer erzählt hast. Ich fühle mich so leicht, so glücklich, so zufrieden. Meine Beine- sieh doch, wie schnell ich laufen kann!" Floh weinte, sie sah, wie in Nikos glücklichem Gesicht die Augen aufleuchteten. Sein kleiner Kopf sank auf´s Stroh. Der Stern erlosch. Es war still im Stall. Nur ab und an hörte man ein leises Seufzen der anderen Tiere. Floh schloss die Augen. Trotz ihrer Trauer weinte sie nicht mehr.
    Am Himmel fuhr währenddessen der Weihnachtsmann mit seinem - von 6 Rentieren gezogenen - Schlitten davon. Voran tobte, vor Freude und Übermut laut bellend, ein kleiner brauner Welpe.
    Um den Hals trug er ein rotes Halsband auf dem geschrieben stand:
    "NIKO - Gehilfe des Weihnachtsmannes"




    LG, Jasmin mit Ashanti
    Geändert von Perro (11.12.2012 um 09:22 Uhr)


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  8. #8
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    Zitat Zitat von Mireille Beitrag anzeigen
    Liebst du eine Hundeverrückte Frau?

    Mich zu lieben heißt, ...

    ...mich im Zweifel bei den Hunden zu finden, statt staubwedelnd und blumengießend in der Wohnung, wenn er nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommt.

    ...den Geruch von nassen Hund zu mögen, statt von den Düften des Orients umschmeichelt zu werden.

    ...mir zum Geburtstag keine Rosen schenken zu dürfen, sondern ein paar neue Leinen zum Gassi gehen

    ...stundenlang im Hundesportgeschäft zu warten, bis endlich eine gutsitzende, neue Hundeführerweste erstanden ist.

    ...die Auslagen der Juweliere mit Missachtung zu strafen, stattdessen gute Preise beim Futterlieferranten für Futter auszuhandeln.

    ...im strömenden Regen durch die Nacht zu stiefeln, um nach dem ausgebüchsten Hund zu suche.

    ...nachts mit in der Wurfkiste wache zu halten, statt sich genüßlich in weiche Kissen zu kuscheln.

    ...morgens auf das Frühstück solange zu warten, bis zuerst die Hunde gefüttert sind.

    ...tagelang zu Fuß in glühender Sonne auf staubigen Wegen unterwegs zu sein, statt stundenlang im Schatten der Bäume in einem Hängestuhl zu baumeln.

    ...vom Anblick derber Jeans, grober Pullover und zerzauster Haare entzückt zu sein, anstatt stets ein adrettes Weib sein Eigen zu nennen.

    ...auf die schicke, teure Lederjacke zu verzichten, weil eine neue Hundebox und die Tierarztrechnung längst fällig sind.

    ...einen Tag nach dem kostspieligen Friseurbesuch wieder mit dem gewohnten Anblick vorlieb zu nehmen, weil der Sturm Figaros Künste im Nu wieder zerstört. ..

    ...auf Urlaub, Meerestrand und Poolpartys zu verzichten, um einen Hundeanhänger kaufen zu können.

    ...mir zu Weihnachten warme Gummistiefel unter den Christbaum zu stellen, anstatt samtner Geschmeide und hochhackiger Pumps.

    ...zweimal die Woche Lotto zu spielen, um gemeinsam den Traum eines Aussiedlerhofes träumen zu können.


    Mich zu lieben heißt, ...

    ...ziemlich verrückt zu sein
    Wie nachvollziehbar ich das alles finde. Mein zukünftiger Mann macht ja einiges mit mit mir wenn ich das so lese.

  9. #9
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    wenn der Postmann einmal klingelt...

    Sicher hat er Leckerlies dabei?
    Ayo eilt sogleich herbei:
    ich riech's, wo ist's, los gib es her......

    und dann will ich noch viel viel mehr.....
    der Hund, er stupst und sabbert,
    der Postmann kichert und gackert,
    gib Pfote, mach schön Platz und Sitz,
    du bist ja ein Netter ohne Witz,
    hier gibts noch nen Zusatzkeks,
    dann muss ich weiter meines Weg's,
    denn ich hab noch andre Kunden,
    viele auch mit netten Hunden,
    aber du bist ein besonders Lieber,
    zu dir komm' ich ganz gerne wieder!

    ***Ein kleines Spaßgedicht, habe ich gestern geschrieben, weil es so - mal wieder - stattgefunden hat.

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