Also, ich kenne auch jemanden, der seine Hündin fast 8 Stunden täglich allein lässt. Gut, schön ist das nicht, aber als sie sich den Hund anschaffte, hatte sie einen halbtagsjob - dann wurde ihr Mann nach Schottland versetzt, dann kamen sie nach einem Jahr wieder nach Deutschland. Der Halbtagsjob war weg, sie bekam einen Ganztagsjob. Der Hund kannte also den halben Tag Alleinsein - jetzt musste er es den ganzen Tag. Sie kommt gut damit zurecht, wenn es dem Hund anders sicher auch besser gefallen würde, nicht so lang allein zu bleiben. Hier hat sich das aber ergeben, nachdem der Hund schon da war. Abends geht sie mit zum Pferd, sie spielt im Garten, kann ganz ganz viele tolle Tricks, die ihr mit viel Spiel und spass abends statt fernsehen beigebracht werden und sie schläft auch mit im Schlafzimmer. Der Hund hat keine Verhaltensstörungen, ist allen Menschen und Tieren gegenüber freundlich und aufgeschlossen.
Wenn ich mir nun allerdings einen Welpen anschaffen würde und bereits einen Ganztagsjob habe, dann würde ich auch anfangs Urlaub nehmen und dann, wenn es meine Arbeit und mein Chef erlaubt, den Hund mit zur Arbeit nehmen. Vielleicht ja auch nur den halben Tag und ihn in der anderen Hälfte nach Haus bringen oder erst mittags von zu Hause abholen. Das wäre ein Kompromiss, bei der Arbeit nicht zu abgelenkt zu sein und den Hund auf der anderen Seite nicht zu lange allein lassen zu müssen. Während der anderen Tageshälfte kann dann die Mutter öfter mal nach ihm sehen und ihn in den Garten lassen.
Bono ist auch bei mir tagsüber - allerdings bleibt er morgens zwei Stunden allein, während ich Post hole, einkaufe und vielleicht die ersten Kunden empfange. Kommen während des Tages Kunden, kommt er in einen extra Raum oder auch fix nach Hause, weil er noch immer frech Fremden gegenüber ist und das übt man mit Freunden, nicht mit Kunden. Damit kommt Bono gut klar. Abends hat er uns ja dann auch bis meist 22.30 Uhr - danach schläft er im Flur auf Sessel oder im Korb, denn ins Schlafzimmer kommt er bei uns nicht.
wir haben ausser Bono auch noch drei Pferde, die natürlich auch Zeit in Anspruch nehmen. Wenn ich reiten gehe, bleibt Bono momentan noch zu Hause. Wenn er seine Angst vor Pferden überwunden hat und besser hört, soll er später auch mitlaufen.
Jeder Tag muss von uns gut durchorganisiert werden, Urlaub ist selten möglich, weil für alle Tiere erstmal ne Nanny gefunden werden muss, aber es ist das, was wir uns ausgesucht haben und ich mag es so, wie es ist. Klar kommen mal Tage, da denkt man "Mensch, jeden Tag derselbe Trott, keine Zeit für uns wie andere ...", aber das sind Ausnahmen, denn spätestens wenn ich meine Friesen über die Weide fetzten sehe oder Bono, wie er übers Feld tobt ist der Frust verflogen.
LG Maraike


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