Ja, mitlesend wieder da. Hier kann ich aber echt nimmer die Finger still halten.
Monalisa, der RR ist kein Hund, der aus zerbrechlichem Zuckerguß gebastelt wird. Nimm den Hund einfach mit ins Büro, gewöhne ihn seiner Altersentwicklung entsprechend daran, dass auch Ruhe sein muss. Er zerbricht nicht daran, es tut ihm sogar eher gut. Wenn ein Hund keine Ruhe lernt, kommt so was wie die Pestbeule von Eisenvorhang raus. Bring ihm Regeln nah. Auch - sogar! - RRs brauchen Regeln. Die kann man positiv und freundlich vermitteln.
Ich hab drei RRs. Und einen selbständigen Job, der uns viel in rr-würdiges und sehr freies Outdoor bringt, aber auch viel Bürozeit abverlangt. Der Jüngste ist gerade mal knapp 5 Monate alt. Im Büro ist es beizeiten bisserl stressig, wenn Termindruck aufkommt. Meine Hunde sind tatsächlich so schlau, dass sie Jobstress davon unterscheiden können, was sie vielleicht tangieren könnte. Selbst der Kleine kann das. Der ist in nichts mit dem Horrorszenario von Eisenvorhang (what the hell stellst du mit der Kleinen an, dass die so komplett überdreht?) zu vergleichen.
Schau, dass du einen wirklich guten Züchter findest. Verlass dich dann auf dessen Einschätzung seiner Welpen - ein guter Züchter LEBT das. Such nicht den Welpen aus, den du hübsch oder süß findest, sondern den, zu dem dir dein guter Züchter rät. Wenn du das Baby zu dir holst, hab immer seinen Altersstand im Kopf und fordere das Notwendige, aber nichts Überflüssiges. Gib auf ein "Nein" mindestens fünf "Ja". Das gilt auch für die Büroanlernzeit. Büro ist für einen Welpen viel Impulskontrolle, alles, was er da leistet, muss er in der Freizeit an Freiheit zurückbekommen. Der Pool an Impulskontrolle ist nicht unendlich... Wenn die Grundpfeiler stimmen, dann bekommt man einen lebensfreudigen und energiegeladenen Zwerg, der ein tiefenentspannter Bürohund wird. Das ist dann nämlich angenehme Schlafenszeit - und Hunde schlafen eigentlich sehr viel. Gerade Junghunde sollten viel schlafen.... Wir händeln das so, das Schlafenszeit im Büro ist - egal, was da passiert. Klar, liebe Besucher werden begrüßt und komische Fremde gemeldet, aber meist herrscht Ruhe. Mit dem Kleinen geht es zwischendurch mal raus zum Welpenspielen mit dem Nachbarshund, wir gehen auch einfach so mal nebenbei raus, wenn ich merk, dass er jetzt genug geruht hat. Mit den Großen halt ich es nicht anders, die Zeitabstände sind aber weiter gesteckt. Draussen ist dann draussen und wir haben draussen echte Freiräume, in denen sich die Hunde auch wirklich frei bewegen können.
Wenn ich mal richtigrichtig heftigen Termindruck hab (theoretisch, echt gibt es den nämlich nicht, ist im Zuleitungszweig bei mir nur die überwichtig-aufgepluschte Baubranche) - schmeiß ich genau dann all den Druck hin. Weil ich die Hunde hab. Dann leg ich das Handy auf den Schreibtisch und lauf mit den Hunden los. Not available. Punkt. Morgen dann wieder. Klappt vorzüglich. Und wir sind eigentlich alle recht entspannt. Wir haben alle nur ein einziges Leben, und auf das pass ich auf. Ich und meine armen Bürohunde...
Trau dich, Monalisa! Ich finde, du reflektierst im Vorfeld sehr verantwortungsbewusst - und das ist schon mal richtig gut. Sie sind nicht aus Zucker. Und in Deutschland, nicht in Afrika auf Großwildjagd.
LG
Susanne mit Rose, Inigo Montoya, Jazeem al Bakir - und Buki, meinem sehr rasseursprünglichen Lehrmeister auf der anderen Seite des Weges


202Likes
LinkBack URL
Über LinkBacks



Lesezeichen