Als ich mir damals sicher war, dass ein zweiter RR zu Buki dazu soll, hatte ich einen ganzen Haufen Ansprüche - und vor allem Zeit.

Ich wollte einen hellen RR-Rüden ohne Maske und das natürlich aus gesunden Linien. Und natürlich von einem Züchter, den ich menschlich auch gut finde und der das Züchten sehr bewusst und mit Herzblut betreibt. Und ich wollte beide Elterntiere schon vor der geplanten Verpaarung kennenlernen und live beobachten, damit ich mitbekomme, wie sie so drauf sind. Wurfzeitpunkt war da zweitrangig. Fehlerfrei war nicht oberste Priorität, aber bei Fehlerfreiheit und entsprechendem Drumrum sollte der Weg in Richtung Ausstellungen schon auch offen bleiben.

Ich fand eine Züchterin meines Vertrauens (und mit einem Riesenherz) mit einer Hündin, die ich nahezu perfekt fand. Als Deckrüden hatte sie sich einen Buben ausgesucht, den ich auch heute noch sehr bewundere - ein wunderbarer Kerl, den ich ohne Hemmungen klauen würde. Die geplante Verpaarung war für ein halbes Jahr später angesetzt. Alles also ganz prima.

Nachdem ich ja die Elterntiere unbedingt live sehen wollte, fuhr ich also nur mal schnell zum Elternangucken 600 km. Ich hatte auch noch das Glück, beide Hunde in einer etwas stressigeren Umgebung kennenzulernen und war sehr davon angetan, wie ausgeglichen, menschbezogen und in sich ruhend die zwei waren.

Eigentlich alles perfekt... Bis auf das, dass die Hündin nach dem Decken leer blieb. Machte aber auch nicht viel, weil ich war ja auf der Suche nach meinem Welpen und nicht auf der Flucht. Für den nächsten Anlauf wurde ein neuer Papa ausgesucht, den ich auch sehr gut fand. Und während wir schon organisierten, wie ich auch den neuen Papa in echt angucken kann (wieder mal 450 km), passierte etwas ganz anderes...

Da kam nämlich inzwischen jemand anderes auf die Welt, der mit einem Schlag mein Herz erobert hatte. Liebe auf den ersten Blick.

Nun habe ich statt eines hellen Rüden mit Ausstellungspotential eine dunkle, ridgelose Hündin. Die kommt auch aus gesunden Linien, ihre Eltern sind auch beide prima und die Züchterin ist auch ein Engel. Aber irgendwie kam eben alles anders als geplant.

Warum ich das schreibe? Ich finde es gut, dass man Ambitionen klar formuliert und mit denen auch in die entsprechende Richtung geht. Aber eines ist - zumindest für mich - noch viel wichtiger: Zeit und Herz. Letztendlich ist es ja fast wie eine Ehe: Man verbringt soviel Zeit so eng miteinander. Da braucht es schon Herz... Und Zeit auch. Das Passende plumpst ja nicht unbedingt nach Terminkalender vom Himmel.

Liebe Grüße

Susanne

P.S.: Die Erstwahlzüchterin ist heute noch eine gute Freundin - und ich hab sehr viel von ihr gelernt.