So ist es. Ich WILL nicht, dass meine Hunde glauben Situationen für mich klären zu müssen, denn damit bereite ich emotional einen Boden, der in unserer Gesellschaft heute für ziemliche Turbulenzen sorgen kann.
Wie darf Hund differenzieren, wann es opportun ist einzugreifen, und wann nicht?
Wie manage ich die Grauzone, die entsteht, wenn ich einerseits gern Gehorsam erwarten möchte, andererseits aber wünsche, dass mein Hund mich "schützt", und damit eigenständig entscheidet und handelt?
Wie kann ich ein Mensch sein, dem Hund sich anvertraut, wenn ich mir selbst nicht so ganz zutraue, auch brenzlige Situationen zu lösen?
Hund und Halter können selbst auf dem eigenen Grundstück große Probleme bekommen, wenn es zu einer "Schutzsituation" kommt und der Hund beispielsweise zufasst.
Alles in allem komme ich daher zu dem Schluss, dass ich lieber lerne, respektive gelernt habe, die meisten Situationen selbst zu klären. Ich bin ziemlich sicher, dass Hund sich einklinkt, wenn er merkt, dass ich, aus welchen Gründen auch immer, gehandicapped bin, und weiss das aus der Vergangenheit heraus auch bestätigt.
Djambo hat völlig autonom und ohne mit der Wimper zu zucken meinen Rücken gesichert, als ich auf einen heran nahenden, aus seinem Blickwinkel bedrohlichen Mann, der sich mir für Djambos Geschmack zu aufdringlich näherte, nicht reagierte, da ich abgelenkt war. Er hat ohne Aufhebens den Mann gestellt, ihm die Pfoten auf die Schultern gelegt, und ihm mittels einmaligem Bass-Anhusten deutlich signalisiert, dass er sich in einer No Go Area befindet.
Das hat der arme Mensch sofort kapiert, und sehr weissgesichtig den Rückzug angetreten.
BamBam hatte bislang noch keine Gelegenheit, derart zu agieren. Ob er es täte, kann ich also nicht beurteilen, aber wenn ich beobachte, wie er aufmerkt, wenn es zu harmlosen Kabbeleien im Freundeskreis kommt, habe ich durchaus das Gefühl, dass er nicht untätig bliebe, falls ich schachmatt gesetzt wäre. Er ist eine ganz andere Persönlichkeit als Djambo, und auch ich als Hundeführerin habe mich im Lauf der Jahre entwickelt, d.h. meine eigene Wahrnehmung ist nach fast 20 Jahren aktivem Hunde_Leben geschärfter und mir entgeht einiges weniger als damals, auch das trägt natürlich dazu bei, dass manche Situationen im Keim bereits entschärft werden können.
Ich möchte meine Hunde aber nicht in einer Beschützer-Rolle sehen, da ich das für meine eigene Aufgabe halte, und mich darüber hinaus eher als Beschützerin meiner Hunde betrachte.


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