Mal wieder was "ganz Banales" vom Giraffanten, das mir aber heute wirklich, wirklich Freude bereitet hat.

(Und ab hier bitte alle "ernsthaften", "ambitionierten", "erfolgreichen" Reiter weggucken oder wegdrücken, was jetzt kommt, ist reines "Freizeitpferdemenschengefreue"!)

Der Giraffant hatte den Winter über größtenteils Ferien. Nicht weil er oder ich ernsthaft verletzt gewesen wären, sondern, weil mir nicht nach Reiten war. Nicht in ewig schlammigen Gelände mit einem zuweilen arg hopsigen und zudem riesigen Pferd, bei dem ich nicht sicher weiß, ob er auch im Tiefschlamm seine Beine beim Landen noch unter den Bauch gesammelt bekommt. Und mit oder gar unter 700 kg Pferd zu liegen ist für mich eine weniger attraktive Aussicht. Lächelt, aber ist so. Und Halle oder so haben wir nicht. Also waren die Viecher zwar jeden Tag auf der Koppel, aber "gearbeitet" haben wir nix.

Egal.
Jetzt fangen wir wieder an. Gemütlich. Steht ja nix auf dem Spiel. (Das ist das Schöne, wenn man nur freizeitmäßig reitet.) Auf einem abgetrennten Teil der Weide, auf der der Giraffant und "seine" Stute 24/7 stehen.
Gestern hab ich ihn noch mit Hilfe des Gatten fertig gemacht und dann an die Longe genommen.

Brummkreisel, jo. Wundert nicht. Ist Frühling, ist der Giraffant. Und so viele gefährliche Fahrräder auf der Straße (50m weg von uns!). Ihn da raus in den Schritt parieren? Könnte ich genausogut versuchen, einen D-Zug an der Longe zu bremsen. Ich frag mich immer, wie Leute das machen von wegen "Pferde erst mal 15 Min. im Schritt arbeiten" bzw. wie deren Pferde drauf sind (und was die ins Futter bekommen). Der Dicke hatte darin gestern KEINE Aktien. Also gut, dann rennt er eben erst mal im Kreis. Laaaange Longe.

Nach diversen ziemlich flotten Runden (aber, so weit, so brav: ohne Zerren nach hier oder dort, auch ohne größere Sätze) war er dann auch so weit, dass er Kommandos und Hilfen annehmen konnte.
Auf beiden Seiten noch mal alle drei Grundgangarten laufen lassen, Looooben, Schluss. Ausziehen, wälzen und fressen lassen.

Heute komme ich auf die Weide, beide Hunde (1 mal älterer Ridgeback, 1 mal junger Setter) dabei. Giraffant überlegt 'ne Weile, kommt dann an, holt sich sein Leckerchen, lässt sich aufhalftern, putzen (jaaaa, bitte unterm Hals!), trensen (soll ich wirklich? na gut, Kopf runter, Maul um hingehaltenes Gebiss) und wir gehen rüber.

Läuft von Anfang an an der Longe als hätte er den ganzen Winter über nix anderes gemacht und nicht alle Zeit der Welt gehabt, sich Blödsinn auszudenken.
Lässt sich super easy "hoch- und runterschalten" (wir machen bisher nur einfache Gangartenwechsel, Halt aus dem Trab oder so kommt später wieder dazu, durch den Zirkel wechseln auch, dafür muss er dann schon wieder mehr auf der Hinterhand "sitzen"), Rahmenerweiterung klappt ebenso wie - leichtes, nicht als solches "versammelndes", das wäre glatt gelogen! - Zurücknehmen innerhalb der Gangarten, Herr Giraffant kommt auf den ersten Ruf rein in den Zirkel, lässt sich noch nicht mal von dem durchgeknatterten Setterlein irritieren, das mal hier, mal da herumgaloppiert oder Pferdeäppel durch die Gegend wirft.
Kurz: Toll!

Glaubt man kaum. So eklig der Kerl manchmal sein kann, aber heute hat er sich bei mir die goldene Klorolle am grünroten Band verdient.

Spaß macht er so!


LG
Tina