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Thema: Erziehung contra Instinkte

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  1. #1
    letum non omia finit Avatar von Chappyxxs
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    Standard AW: Erziehung contra Instinkte

    Ich finds auch total (!) interessant und erweitere meinen gedanklichen Radius gerade ganz vorsichtig...
    Dabei tapse ich aber noch ziemlich im Dunkeln - auch aufgrund mangelnden Fachwissens in dem Bereich.

    Wir sind auch keine zusammen agierenden Rudel. Auch wenn wir Menschen oft der irrigen Meinung erliegen, dass wir den Hunden da so eine Art Ersatz anbieten können, wenn wir uns nur genug bemühen.

    Wenn ich meinen Sam mit dem Ridgeback meiner Freundin sehe, kommen mir regelmäßig Zweifel, ob das richtig ist, Sam allein zu halten.
    Nach Chaps Tod halte ich zum ersten Mal einen Hund allein. Sam blüht total auf, wenn er Casper trifft (obwohl wir ja auch sonst Hundekontakte haben), außerdem scheint er "den RR in Casper" zu schätzen. Mit anderen Hunden spielt er "anders". Reservierter. sozusagen "übersetzter".
    Ist das bei Euren auch so?
    Sam ist drei. Casper 8 Monate alt und ein rechter Pöbel. Wenn die spielen, toben oder einfach nur zusammen abhängen und sonnenbaden, denke ich immer:
    "Das kann ich als Mensch nie leisten, was die zwei sich gegenseitig geben."
    Zusäztlich leistet Sam auf eine nachsichtige, gelassene Art ganz andere Erziehungsarbeit an dem Jungspund als wir.
    Er muss wesentlich weniger Aufwand betreiben, um Dinge glasklar zu vermitteln.
    Er ist unglaublich nachsichtig. Souverän. Für mich auf eine ganz stille, unauffällige Art, einfach durch Körpersprache, sich wegdrehen oder Ignorieren lästigen Verhaltens.
    Wir imitieren das in unserer Erziehung - oder versuchen es - aber es gelingt längst nicht so punktgenau.
    Auch hat sich Sams Verhalten in den letzten Monaten langsam aber deutlich verändert - es ist dem jeweiligen Alter des "Novizen" angepaßt. Aber immer ruhig und überlegen.
    Wir hingegen merken oft gar nicht, wann es Zeit ist, eine andere "Gangart" anzuschlagen.

    Wir Menschen sprechen einfach nicht "ihre" Sprache. So sehr wir uns auch bemühen. Und wir sind auch körperlich nicht in der Lage, das zu leisten, was Hunde durch Spiel, Kräftmessen, Sozialkontakte, taktile Reize, Körperpflege etc. sich gegenseitig geben können.
    Das ist sicher ein großes Problem. Allerdings wars mir vor dem Faden hier nicht so klar.

    Und ich frage mich gerade allen Ernstes, was es ist? Es kann doch nicht nur das Futter oder der Schlafplatz sein?
    Was geben wir ihnen, dass sie sich so bedingungslos an uns binden...?
    Und würden sie uns zugunsten anderer Hunde verlassen, wenn wir sie gehen ließen?
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  2. #2
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    Avatar von HeikeCR
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    Standard AW: Erziehung contra Instinkte

    Zitat Zitat von Chappyxxs Beitrag anzeigen
    Und ich frage mich gerade allen Ernstes, was es ist? Es kann doch nicht nur das Futter oder der Schlafplatz sein?
    Was geben wir ihnen, dass sie sich so bedingungslos an uns binden...?
    Und würden sie uns zugunsten anderer Hunde verlassen, wenn wir sie gehen ließen?
    Ich denke, was die Bindung maßgeblich ausmacht, ist das Sicherheitsgefühl, das wir unseren Hunden geben. Im Zusammenschluß aller Instinkte heißt das übergeordnete Gefühl letztlich immer: Überleben, bestmöglich. Und da haben wir in der modernen Welt natürlich die Trümpfe in der Hand.
    Da unterscheiden sich auch (pauschlisiert) Tiere nicht von Menschen. Auch wir suchen soziale Gefüge, die uns Sicherheit für ein möglichst sorgenfreies Leben ermöglichen.
    Bei Hunden entscheidet da wohl auch maßgeblich die Situation, in die sie hineingeboren werden und die Erfahrungen, die sie mit dieser Lebenssituation dann machen. Sie sind Meister im Anpassen und arrangieren sich. Und genau setzt dann auch unsere Verantwortung ein. Aber es gibt sicher Schlüsselsituationen, wo das "Relais" eben gemäß Naturell und nicht gemäß Erziehung klickt. Das ist individuell unterschiedlich. Deshalb gibt es wohl auch DAS allgemeingültige Erziehungskonzept nicht.
    Viele meiner Freunde hier haben Straßenhunde adoptiert, fast immer in der Mehrzahl. Keiner von diesen Hunden ist je wieder abgehauen, auch wenn das Grundstück offen ist, gelegentliche Kurz-Ausflüge zu den alten Kumpels mal ausgenommen. Aber das ist hier üblich, gewollt und auch erlaubt. Übrigens ist auch keiner von denen ein ernstzunehmender Wachhund geworden. Das kenne ich aus Deutschland merkwürdigerweise anders. Ich habe zwei Freundinnen, die Hunde aus Griechenland bzw. Rumänien adoptiert haben. Beide Hunde haben einen ausgeprägten Schutztrieb entwickelt und sind sehr anhänglich.
    Ich bin noch am Grübeln, was denn so unterschiedlich an diesen Situationen ist, warum die Hunde so unterschiedlich reagieren. Der einzige gravierende Unterschied, der mir einfällt, ist, daß man in Europa zwangsläufig mehr in geschlossenen Räumen lebt, also auch räumlich enger zusammenrückt. Hier spielt sich das Leben fast ausschließlich im Freien ab. Klingt irgendwie spinnert...ich weiß .
    Jemand 'ne Idee?
    LG
    Heike
    Man muß oft erst nachdenken, worüber man sich freut, aber man weiß immer, worüber man traurig ist...

  3. #3
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    Standard AW: Erziehung contra Instinkte

    Wollte eigentlich gestern schon schreiben, bin aber andauernd aus dem forum geflogen, weiß nich warum. Gut wir hatten früher einen Collie, mit ausgeprägten Jagdtrieb. Ob nun unsere Hühner dran glauben mußten, oder die vom Nachbarn war ja relativ egal, zumindest unserer Hündin. Tore waren trotzdem immer offen, sie konnte ein und ausgehen wie sie wollte. Für den Nachbarn gabs bei Verlust eine Entschuldigung und wenn die Zeit ran war ein paar Küken und die Sache war gegessen.

    Konnte passieren, das wenn ich aus der Schule kam mir jeden Tag ein anderer Nachbarshund entgegenkam, an Beißunfälle kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Unsere Hündin wurde nur eingesperrt, wenn sie läufig war. Ich kann mich nicht mehr erinnern inwieweit diese Hunde erzogen waren, irgendwie hat sich niemand daran gestört.

    Wenn ich nur daran denke, wie unser Nachbar schief geschaut hat, wenn Aron doch mal rauskam und seine Katze auf den Baum gescheucht hat, gruselig. Kann mich auch nicht an irgendwelche Hundeschulen oder Trainer erinnern. Sie waren auch manchmal über Stunden allein, trotzdem ist nichts passiert, obwohl sie raus gehen konnten taten sie es nicht, sie bewachten Haus und Hof, weil es sich so gehörte? Ich weiß es nicht.

    Manchmal glaube/denke ich wirklich mit unserer ganzen "Rumerzieherei" schaden wir dem Hund mehr als wir ihm gutes tun.

  4. #4
    Jackal
    Gast

    Standard AW: Erziehung contra Instinkte

    Zitat Zitat von aron2000 Beitrag anzeigen
    Konnte passieren, das wenn ich aus der Schule kam mir jeden Tag ein anderer Nachbarshund entgegenkam, an Beißunfälle kann ich mich überhaupt nicht erinnern.
    ich mich schon. Also an die Beißvorfälle erinnern. Ich bin ländlich mit immer mindestens einem Hund im eigenen Haushalt und vielen Nachbarshunden aufgewachsen. Und zwar genauso wie's hier schon ein paar Mal geschrieben wurde. Ich und meine Geschwister haben teilweise an/mit den Hunden laufen gelernt, wir haben Eis und Süßigkeiten mit den Hunden geteilt usw. Der Hund (bei meiner Kinderzeit eine Irish Setter Hündin) war immer dabei. Sicherlich war das toll - aber heute würde ich es nicht mehr so machen und auch bei meinen Nichten und Neffen läuft's heute auch anders- vorsichtiger oder besser vielleicht umsichtiger! Es hätte nämlich durchaus was (mehr) passieren können.

    An Beißvorfälle kann ich mich nämlich sehr wohl erinnern! Nein, mit uns Kindern und unseren Familienhunden gab's keine. Aber vor vielen, vielen Jahren z.B. einmal mit unseren Hund und einem anderen Kind (zum Glück nur ein kleiner Kratzer, den man sicherlich heute nicht mehr sieht). Bei meiner Schwester mit mehr oder weniger Fremdhund ging's nicht so glimpflich aus - die hat reichlich Narben an den Armen und wäre mein Vater nicht schnell genug dazwischen gegangen, wäre sie vielleicht nicht mehr hier (der Hund wurde direkt nach dem Vorfall eingeschäfert). Mein Partner hat eine kleine Narbe im Gesicht - vom spitzgedackelten Nachbarshund, der immer frei lief und irgendwann das 2-jährige spielende Kind gebissen hat usw. In den Medien war nur sicherlich keiner dieser Vorfälle!

  5. #5
    letum non omia finit Avatar von Chappyxxs
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    Standard AW: Erziehung contra Instinkte

    Zitat Zitat von HeikeCR Beitrag anzeigen
    (...) Ich bin noch am Grübeln, was denn so unterschiedlich an diesen Situationen ist, warum die Hunde so unterschiedlich reagieren. Der einzige gravierende Unterschied, der mir einfällt, ist, daß man in Europa zwangsläufig mehr in geschlossenen Räumen lebt, also auch räumlich enger zusammenrückt. Hier spielt sich das Leben fast ausschließlich im Freien ab. Klingt irgendwie spinnert...ich weiß .
    Jemand 'ne Idee?
    LG
    Heike
    Das mit dem Sicherheitsbedürfnis kann ich mir gut vorstellen!
    Und vielleicht ist die ungezwungene Art bei Euch wirklich der Grund für die Verträglichkeit der Hunde? In Deutschland finden Hundebegegnungen ja nie "unmoderiert" statt.
    Bei Euch aber schon. Außerdem gibts dann wahrscheinlich kaum Frust für die Tiere bzw. die Hunde mit einer geringen Frustrationstoleranz kommen nicht so schnell an ihre Grenze.
    Das würde auch erklären, warum die "Gringo-Hunde" streitbarer sind, oder? Da "kümmert" man sich halt mehr...
    Und das würde dann auch wieder indirekt bestätigen, dass wir u.U. mit dem ganzen Erziehungsgedöns mehr zerstören als wir denken.
    Also - einfach mal locker bleiben ;-)
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  6. #6
    mit der coolen sau Avatar von Malin
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    Standard AW: Erziehung contra Instinkte

    Bei uns in der dominikanischen republik ist es auch nicht viel anders,die strassenhunde oder auch die,die einheimische besitzer haben und sich frei bewegen können haben meist ein ausgeprägtes sozialverhalten und streit kommt eher selten vor.

    die sogenannten *gringohunde*sind auch bei uns wesentlich agressiver und streitlustiger egal ob es sich um rassehunde handelt oder viralatas (Mischlinge)..Warum das habe ich mich auch schon oft gefragt!

    Interessant finde ich auch das die gringohunde von den einheimischen als rassistisch,obwohl ich bezweifle das die hunde wissen was das ist..... bezeichnet werden da sie doch sehr ablehnend auf dunkle reagieren...tja meiner is da keine ausnahme und ich hab es ihm nicht beigebracht oder hat jemals schlechte erfahrungen gemacht!!
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