Liebe Jenni,

meine drei alten Hunde spielen noch jeden Tag miteinander. Das ist schön, das ist harmonisch.

Doch je besser Hunde miteinander harmonieren, desto besser verstehen sie sich auch. Und eines schönen Tages zwitschern sie gemeinsam ab - und ganz gewiss nicht zum Spielen. Jagen und Vertreiben, oder auch einfach nur die Welt erkunden, das sind Dinge, die zu zweit ja viel schöner sind als alleine. Ganz besonders alleine mit einem Menschen, der es nicht versteht, einen Hund "auszulasten".

Ich halte es für einen großen Fehler, einem zweiten Hund die Aufgabe aufzubürden, die der Mensch nicht erfüllen kann oder erfüllen möchte. Wenn ein Hund nur nach Hundebegegnungen ausgelastet ist, dann ist die Beziehung zwischen Hund und Mensch noch ausbaufähig. Genügt man einem Hund nicht - wie will man einem zweiten gerecht werden?

Ein Hund braucht nicht jeden Tag Hundekontakt oder wilde Tobereien. Ein Hund braucht in erster Linie seine Menschen, die mit ihm gemeinsam etwas unternehmen. Obwohl meine Hunde sich mögen und täglich miteinander spielen, unternehmen wir nahezu täglich mit den Hunden einzeln etwas. Kurze Trainingseinheiten mit dem Clicker, Geruchsspezifikation mit Verweisen, banale Futterfährten, Spaziergang in der Stadt - es gibt so viele Möglichkeiten, einen Hund zufrieden zu machen.

Liebe Grüße,

Ute BB mit Ashanti, Bansai und Scotty. Baru begleitet uns auf der anderen Seite des Weges.