Hallo,

unser Hund ist mit einer Dobermann-Hündin von der 9.Woche bis zum 5 Monat aufgewachsen (Dobermann 2 Wochen älter).
Der Dobermann stammte aus keiner reinen Leistungszucht (sollte somit etwas ruhiger sein !? - hhmmm).

Wir haben allerdings einen sehr ausgeglichenen RR und vielleicht war die Dobermann-Dame das genaue Gegenteil davon, aber die Beschreibung eines Tages brachte schon einige Unterschiede der Rassen zu Tage.

Der Dobermann stürzte sich schon morgens auf unseren Hund und traktierte diesen dann solange, bis sie aus dem Spiel geholt wurde - das Spielen war eher rauher Natur, d.h. das Mädel hing unserem Hund immer in der Gurgel und schüttelte ihn wie ein Stück Fleisch (also mussten wir immer einschreiten, denn der Dobermann spielte sich in einen Rausch und wurde immer rauher). Wenn der RR das Spiel mal in ein Laufspiel wandeln wollte, dann hat der Dobermann ihn wieder zu Boden gezogen (umrennen, in den Hintern beißen usw.) und das rumbeißen ging wieder los ! - das war für uns RR-Besitzer schon unglaublich nervig. Zwischendurch verschwand der Dobermann dann immer mal, um die Kinder umzuspringen und vom Tisch klauen zu gehen - das war für die Dobermann-Besitzerin anstrengend, da sie unentwegt über das Grundstück rannte und ihren Hund kontrollieren musste. Der Dobermann kam nur zur Ruhe, wenn er ins Haus geholt wurde - der RR hat ab und an das Spiel alleine abgebrochen und ist ins Haus gegangen ! - völlig genervt !

Wenn man jetzt mit den Hunden das Grundstück verlassen hat, dann konnte man gar nicht so schnell gucken, wie der Dobermann auf dem Feld stand und die Kühe jagte - der RR hat sich das nur angesehen und konnte mit einem "hierbleiben" wieder in die gewohnte Gelassenheit zurückversetzt werden (der Dobermann kam erst zurück, wenn die Kühe sternenförmig verteilt waren). Sollte zwischendurch noch ein Auto, Fahrrad oder Jogger den Weg kreuzen, dann ist die Dame auch gerne mal direkt hinterher - da fällt es einem schon unglaublich schwer, positiv zu bleiben wenn der Hund zurückkommt !!!! Damit war der Hund dann den Rest des Spazierganges an der Schleppleine. Der RR ist in dieser gesamten Zeit mit fast vollständigem Desinteresse an den Akivitäten seiner Freundin bei uns geblieben.

Wieder zurück hat unser Hund versucht, sich irgendwo hinzulegen und zu schlafen - das ganze so lange bis... - tja, bis der Dobermann wieder kam und sich auf ihn stürzte und das gute, alte Gurgelspiel wieder losging. Auch nach einem Spaziergang kam der Dobermann erst zur Ruhe, wenn er ins Haus gebracht wurde.

Und auch wenn der Hund alleine auf dem Grundstück war, dann ist sie unentwegt hin und hergelaufen und hat sich keine Minute hingelegt.

Der Dobermann ist mit 5 Monaten abgegeben worden, da es den Besitzern einfach zu stressig war.

Ist vielleicht auch alles eine Frage der Erziehung, aber der grundsätzliche Verhaltensunterschied der Rassen bleibt so im Raume stehen.

Fazit: Ich würde von einem Dobermann zum RR wechseln, aber ein Wechsel vom RR zum Dobermann würde ich nicht machen. Aber deshalb habe ich auch einen RR.