Sicherlich liegt auch vieles an den eigenen Ansprüchen. Was Person 1 als topp erzogen und ausgelastet sieht, führt bei Person 2 nur zu einem Stirnrunzeln.

Wir andere schon schrieben, liegt es dann sicherlich auch daran wie viel man seine Hunde mitnimmt. Meine Hunde habe ich gerne immer dabei. Damit das aber auch dauerhaft möglich ist, müssen sie all diese Situationen auch als Einzelhund kennenlernen. Heißt also doppelte Arbeit bzw. mindestens doppelter Zeitaufwand. Mit mehr als 2 Hunden wäre mir das zeitlich gar nicht möglich. Ich könnte nicht fast täglich mit 3, 4 oder 5 Hunden einzeln spazieren gehen und trainieren und dann natürlich auch noch die Runde mit allen zusammen.

Und ich habe es hier noch recht einfach, ich habe so einige Spaziergebiete, in denen ich mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine anderen Hunde/Menschen treffe, die Wilddichte ist eher gering und es sind keine Straßen etc. in der Nähe. Ich kann beim gemeinsamen Spaziergang also recht entspannt losziehen und meine beiden, plus von Zeit zu Zeit mal ein Gasthund, einfach laufen lassen.

Mein RR ist außerdem keine Couch Potato und möchte durchaus mehr machen als einfach nur spazieren zu gehen. (Mein Zweithund ist sowieso sehr arbeitsintensiv.) Unterschätze nicht den Zeit- und Arbeitsaufwand, den ein rassetypischer, gesunder, fitter RR im besten Alter einfordert. Auch wenn man sicherlich einige Sofa-Dekorationen-RRs findet, sollte man immer damit rechnen, dass man selbst einen rassetypischen RR erwischt, der einiges an Arbeit und Erziehung verlangt. Bei einem 11-monate alten Hund, weiß man z.B. noch gar nicht wo die Reise hingeht. Da könnten noch so einige Überraschungen besonders was Jagd- und Schutztrieb angeht warten.

So oder so würde ich AUF JEDEN FALL warten bis der Ersthund aus dem gröbsten 'raus ist. Bei einem RR also mindestens bis er/sie 3 Jahre alt ist und erst dann einen Zweithund dazu nehmen, wenn Du nicht gerade auf einer Farm abseits jeglicher Zivilisation wohnst.

Ich halte es sogar für einfacher zwei Welpen gleichzeitig aufzuziehen und zu erziehen, als einen pubertären Jungspund und einen Welpen. Auch wenn ich erstes ebenfalls nur in Einzelfällen für empfehlenswert halte.

Klar gibt es Leute, die 3 - x RRs oder andere führen und da klappt es wunderbar. Wobei das dann auch meist sehr erfahrene Hundehalter sind, die die entsprechenden Lebensumstände haben. Und ich kenne so einige Mehrhundehalter (viele davon Züchter), die schon häufiger mal mit ihrem schlechten gewissen ringen, weil immer mal ein Hund zu kurz kommt. Vergleichsweise geht es den Hunden sicherlich noch immer sehr gut, aber ich persönlich hätte keine Lust mein Hobby Hund mit dem Stress "jetzt muss ich aber mit Hund x auch noch was unternehmen" zu verbinden.