Hallo Faiza,
ich kenne euren Alltag, den Hund und euch natürlich nicht, von daher ist es schwierig, konkrete Tipps zu geben.
Ich würde - wenn es mein Hund wäre - den Hund auf alle Fälle filmen, wenn er alleine ist. Dann kannst du sehen, wie sie sich ohne euch zu Hause verhält. Anschließend könnte man aus ihrem Verhalten mögliche Lösungsvorschläge ableiten (evtl mit Trainer - ich weiß ja nicht, wie hundeerfahren ihr seid).
Bei meinen Hunden haben wir ein Ritual aufgebaut: Wichtig war/ist bei uns immer die Pinkelrunde vorher (nur kurz, ca. 10Min). Der Hund wird angeregt, sich zu lösen und man kann sie auch nutzen, um den Hund vorher kopfmäßig richtig müde zu machen (Suchspiele, Kunststücke,...), aber keine wilden Jagden, rennen und hochpuschen! Dann gibt es, wenn ich das Haus verlasse, einen Kauartikel. Auch werden sie weder begrüßt noch verabschiedet. Kommen und gehen ist "total unspektakulär", passiert leise und ohne viel Beachtung/Gerede/etc.
Als unser Rüde gestorben ist, musste unsere Hündin lernen, ganz alleine zu bleiben. Sie hat anfangs gebellt und geheult, was wirkte, als wolle sie "ihr Rudel" zurückrufen. Wir haben sie dabei gefilmt und immer verschiedene Dinge ausprobiert. Wir haben zB eine Höhle aus Stühlen und Decken gebaut, um ihr Schutz zu signalisieren. Diese hat sie aber als Spieleparadies missbraucht und zerstört. Dann haben wir von außen die Terassentüre abgedunkelt, um sie von externen Einflüssen abzuschirmen, Radio als Berieselung dazugeschaltet, usw... Auf den Aufnahmen konnte man wunderbar sehen, wie ihre Schlafphasen während unserer Abwesenheit immer länger und ruhiger wurden, denn zufälligerweise kam ich immer genau dann nach Hause, wenn sie geschlafen hat. Dies hat scheinbar zu ihrer Erkenntnis geführt, dass ich nur komme, wenn sie schläft. Perfektes Timing sozusagen ;-)
In wieweit die 5 Stunden für einen 8-monatigen Hund zu viel sind, kann ich leider nicht beurteilen, denn ich finde immer, dass es stark vom Temperament und Wesen des Hundes abhängt. Wie du schreibst, war sie 6 Monate als die 5 Stunden das erste Mal stattfanden, vielleicht war das zu viel/zu oft/zu lang. Meine Hündin war 1,5 Jahre alt, als der Rüde starb. Vorher war sie immer mit ihm gemeinsam alleine. Allerdings kenne ich genügend Hunde, die auch mit 4 Monaten schon regelmäßig ganze Vormittage alleine daheim waren.
Du schreibst auch, dass dein Hund dich öfters kratzt. Solch ein Verhalten würde ich eher als respektlos und unverschämt einordnen. Vielleicht versucht sie eher, dich zu kontrollieren - das ist jetzt nur so eine Vermutung. Dann müsste sich allerdings der Umgang mit dem Hund im Alltag etwas ändern, damit sie sich nicht "gezwungen" fühlt, dich zu führen, sondern sich entspannen und führen lassen kann. Dann sollte sie dich auch das Haus verlassen lassen.
Btw: Mein Nachbar hat auch nie was gehört - und das Muckelchen hat sich die Seele aus den Leib gejault (wie die Kamera zeigte...)


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. Dann müsste sich allerdings der Umgang mit dem Hund im Alltag etwas ändern, damit sie sich nicht "gezwungen" fühlt, dich zu führen, sondern sich entspannen und führen lassen kann. Dann sollte sie dich auch das Haus verlassen lassen.

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