Ich kann die Intention deines Beitrages nachvollziehen Regine allerdings stimme ich dir in der Kernaussage nur bedingt zu. Oder besser, auch ich würde das Kennen der Vorgeschichte nicht zur Grundbedingung machen einen Hund aus Not aufzunehmen allerdings erleichtert das doch vieles im Herangehen ein neues Vertrauen aufzubauen.
Wir hatten im Jahr 995 des letzten Jahrtausends eine Hündin aus dem TH, welche im Wald angebunden gefunden wurde. Von Vorgeschichte war also nicht sehr viel zu erfahren. Chips á la Tasso gabs gerade erst und waren noch gar nicht üblich und da es ein Mischling war gabs auch keine Tätowierung oder sonstige Kennzeichen.
Diese Ausgangslage machte den Umgang in den ersten Wochen/Monaten um einiges anstrengender als wenn die Vorgeschichte wenn nicht sogar der Vorbesitzer bekannt gewesen wäre. Allerdings stellte dieser Umstand nicht in Frage, dass wir die Hündin nahmen.
Gruß
Gerd
Edit: Martin, Hunde aus Not bedürfen einer doch anderen Herangehensweise als Welpen. In mancher Hinsicht ist es einfacher, in vieler Hinsicht ist es schwerer. Schwerer ist es z.B. neues Vertrauen aufzubauen (meist zumindest), leichter ist es ihn in ein bestehendes Gefüge einzuordnen (bei ausreichend Konsequenz).
Trotz dieser s/w-Darstellung bitte ich nicht die Grautöne zu vergessen!
Geändert von GerdL (24.11.2010 um 20:58 Uhr) Grund: das große n spielt zurzeit Scheibe, sorry
Die komplette Second Hand Hund Geschichte steht und fällt mit einer ordentlichen Vermittlung und einer guten Selbsteinschätzung seitens der Interessenten.
...
Ich schätze eher, es ist nicht (nur) die Skepsis an den Hunden. Schau woher (letzte Stelle) ein Hund kommt bzw. vermittelt wird. Eine wirklich gute Stelle hat Hund (im Rahmen der allgemeinen Möglichkeiten) nicht nur trainiert sondern ihn auch immer mal wieder im absichtlichen "Leerlauf" (sprich ohne aktive Führung in irgend einer Art) getestet um zu sehen wie "fest" aktuelle Verhaltenstendenzen sind.
Auch geben sich viele Hunde (nachhaltig!) auf einer neuen Stelle wirklich "normal" ... will sagen: nicht mehr und nicht weniger Probleme/Potenzial wie bei jedem z.B. jünglich draufgängerischem Hund auch.
Schafft man das Geschenk der "Neutralität" bei einem Platzwechsel zu nutzen ... gibts meistens kaum Probleme - weder mit Artgenossen, Kindern, Besuchern oder sonstwas (heisst nicht dass per se kein Management/Training/sorgsamer Umgang nötig ist). Macht man (wiederholt) Fehler und bemerkt man nicht, dass der "Boden unter den Füßen" schwammig(er) wird... fällt Hund evtl. recht schnell in bereits erprobtes "extremes" Verhalten zurück (von dem man entweder per Erzählung Kenntnis hat oder was man anfangs selber erlebt/gesehen hat oder was man zu Beginn mal ansatzweise "den Hund hat rauslassen lassen" um ne Idee zu bekommen wie weit Hund schon "geht")... das ist aber nur allzu logisch.
Ich kann dir nur raten: leg nicht NUR Augenmerk auf den Hund bei deiner Skepsis, sondern auch auf die Vermittler. Verantwortungsvolle Vermittler werden die Zukunftprognose (was "Verhalten", Management, Trainingsumfang usw. betrifft) eher düsterer gestalten als sie aktuell ist/zu sein scheint. So ist das zumindest hier. Sie werden dir auch ganz klar und FREIWILLIG (ohne, dass du nachfragen musst) evtl. denkbare Situationen nennen die sie einfach (noch) nicht einzuschätzen wissen.
Einen Unterschied zum "Welpen" kannste eigenlich nur da machen, dass man bei "seinem" Hund Entwicklungen (zum z.B. exremen Verhalten in welcher Form auch immer) mitbekommt. Ist man nicht umsichtig oder gut gebrieft, wird man bei nem "Second Hand Hund" natürlich AUCH mal von nem bereits gefestigten und evtl. eben "heftigen" Verhalten überrollt. So einfach ist das ... aber eben alles andere als "unheimlich" oder "unnormal" (immer ausgenommen eben bestimmte - und unter RRs sicherlich sehr seltene - Extrem-Fälle, die ich zuvor beispielhaft benannt habe).
Geändert von atigrada (24.11.2010 um 20:59 Uhr)
Oh Himmel, sorry, ich bin heute noch bescheuerter als sonst:
Ich meinte,WENN man skeptisch ist oder es "anders" angehen will und es selber nicht ausreichend beurteilen kann/möchte und niemanden hat der einem hilft (Trainer oder so) ... dann sollte man erst recht die Chance nutzen evtl. einen umsichtigen Vermittler zu haben.
Nix gegen "Home-to-Home" Vermittlungen oder "2x Spazi im TH ... augenscheinlich passt alles, wir nehmen Hund mit" ansich. Es geht oft gut, alle sind glücklich. (aber eben des öfteren auch nicht und sei es nur dass Besitzer mit Hund unglücklich sind in einigen Belangen) Für mich Skeptiker und Kontrollfreak wäre das eben nix![]()
Geändert von atigrada (24.11.2010 um 21:16 Uhr)
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