Hallo,
ich werde hier einfach mal von meinen Erfahrungen berichten.
Meine Hündin kam zu mir im Alter von 6 Monaten. In den ersten Monaten ihres Lebens hat sie, außer dem Züchterhaushalt und dem dazugehörigem Grundstück nichts kennen gelernt,
dementsprechend viele Ängste und Unsicherheiten begleiteten sie zu Beginn.
Ich habe ihre Ängste und Unsicherheiten immer ernst genommen, habe diese nie ignoriert.
Situationen, die ihr Angst machten habe ich sie „aushalten“ lassen, ich habe mich jedes Mal zu ihr gehockt, habe sie massiert und beruhig und erst als sie wieder ruhig und beruhigt war, sind wir weiter gegangen.
Als Beispiel:
Als ich mit ihr eines Tages im Gelände unterwegs war, überraschte uns ein starkes Gewitter.
Es knallte mächtig (Gott sei Dank
war sie an der Leine) und meine Kleine ist völlig in sich zusammengefallen und versuchte sich zitternd unter einem Busch zu verkriechen.
Ich habe ihr Verhalten nicht ignoriert, ich habe mich zu ihr gehockt, sie massiert und erst als ich merkte, dass sie aufgehört hat zu zittern und sich ihr Herzschlag, sowie ihre Atmung normalisiert hatten, haben wir zusammen diesen Ort verlassen. Sie ist dann ruhig mit mir zusammen zu unserem Auto gegangen.
Diesen Weg können wir nun, obwohl sie hier eine mächtige Angsterfahrung gemacht hat wie jeden anderen Weg gehen, ohne das sie irgendein Anzeichen von Angst zeigt.
Sie ist jetzt fast 9 Monate bei mir und ihre Ängste sind nicht schlimmer geworden, im Gegenteil.
Ich spreche hier auch nicht von einem kurzes Schwanzklemmen, hier meine hier Situationen, wo der Hund gar nichts mehr kann, weder fressen noch irgendein Signal befolgen.
In anderen Situationen reicht es auch bei uns ihr einige Aufgaben zu stellen, die sie dann zu lösen hat und es auch tut. Damit teile ich ganz einfach ihre Aufmerksamkeit, soweit dies noch möglich ist. Wenn dies aber nicht mehr möglich ist, ist bei uns gezielte Entspannung angesagt.
Wenn mein Rüde mir damals kurz zeigte, das ihm irgendetwas unangenehm oder nicht geheuer war, dann brauchte ich nur kurz sagen: Komm wir gehen da jetzt vorbei und gut ist.
Er kam dann mit, zwar nicht besonders begeistert aber immerhin.
Meine Hündin zeigt ihre Angst überdeutlich, sie sträubt sich in solchen Situationen mit aller Kraft dagegen weiter zu gehen. Sie legt sich platt auf den Boden, oder aber sie versucht zu flüchten.
Wie in aller Welt soll ich denn so ein Verhalten ignorieren?
Sie hinterher ziehen?? Oder etwa umdrehen und einen anderen Weg gehen?? Was also tun?? Für uns ist das Entspannen in der konkreten Situation das, was uns sehr geholfen hat und auch weiterhin hilft, vor allem meinem Hund. Es hilft meinem Hund auf ein Erregungsniveau zu kommen, wo sie wieder ansprechbar ist und dann durchaus auch wieder in Lage ist, einige Übungen zu machen. Es hilft ihr auch, bewusst diese Situationen durch zu stehen, mit der anschließenden Erkenntnis, dass es eben gar nicht so gefährlich war, wie sie zunächst dachte.
Das wiederum hat bei zukünftigen Begegnungen oder ähnliches Situationen den Vorteil, dass sie keine Angst mehr davor hat.
LG
Sabine


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