Hallo,
einen Hund zu übernehmen so ganz ohne etwas über ihn zu wissen, würde ich auf Grund der Tatsache, dass meine Verantwortung meiner Restfamilie gegenüber äußerste Priorität hat, nicht machen.
Was ich aber getan habe: Ich habe a) den Leuten, die Kimba hergeben mussten, vertraut und viele Telefonate geführt, in denen ich meine Fragen stellte und die Antworten darauf auch bekam und b) ich habe auch Birgit Linnerth gelöchert mit meinen Ängsten und Fragen und kompetente Auskunft bekommen.
Die Entscheidung, hinzufahren, traf natürlich nicht mein Verstand, sondern mein Herz. Warum kann ich nicht sagen.
Oder anders: Ich hab Kimba gesehen und mich hat der Schlag getroffen.
Sorgen waren natürlich da und sie wurden immer größer.
Was, wenn nicht alles stimmt, was mir gesagt wurde?
Was, wenn er meiner Tochter etwas zuleide tut, bevor ich einschreiten kann?
Was, wenn er sich eine Katze packt,
Was, wenn er den penetranten Moritz durchlässt?
Hätte alles passieren können.
Wir sind hingefahren (inkl. Fußhupe Moritz) und haben uns Kimba "zum Fraß" vorgeworfen.
Wir hatten viele Stunden Zeit, Kimba in seiner Familie zu beobachten und ihn auf uns wirken zu lassen.
Dort war auch ein Kind in der Familie und Kimba ging sehr vernünftig mit ihm um. Auch mit der Katze, die dort lebte und auch mit Fußhupe Moritz.
Die ersten Schwierigkeiten, die auftreten könnten, sieht man sicher auch in einigen Stunden.
Man fährt ja nicht hin, die Tür geht auf, der Hund wird einem übergeben und die Tür geht wieder zu.
Wir waren sehr lange dort, haben auch über das Gesundheitliche gesprochen - über alles, was halt noch zu besprechen war.
Einen TA-Check haben wir nicht veranlasst. Weil ich mir sehr sicher war, dass mir alles, was die Leute über Kimba wussten, auch gesagt wurde.
Alles stimmte exakt auf den Punkt!
Er ist kinderlieb, katzenlieb, bleibt ohne Murren auch mal allein daheim, er tut keiner Fliege was zuleide.
Er gehorcht m. E. recht gut - genau wie uns gesagt wurde.
Natürlich gebe ich zu, dass nicht alles in "sicheren Tüchern" war - da hätte man mehr Zeit benötigt, um exakt alles herauszufinden.
Letztlich kann ja auch nach einer ersten Zurückhaltung noch etwas Unangenehmes folgen - nach der Eingewöhnung.
Ich habe vertraut auf das, was mir gesagt wurde und in dem Fall hatte ich ein absolut gutes Gefühl und wurde nicht - nichtmal mit der kleinsten Kleinigkeit - enttäuscht.
Vielleicht ist er enttäuscht von mir? Er schaut gerade so komisch... ;)
Ein Restrisiko, einen Hund aus der Ferne zu übernehmen, wird einem niemand nehmen können, selbst dann nicht, wenn man dort einige Tage verbringt - zuhause kann sich da wieder was ändern.
So viel herausfinden wie möglich ist wichtig und auch, sich selber zu fragen: Womit kann ich leben, womit will ich nicht leben und so evtl. ausschließen, eingrenzen etc und dann zuschlagen!
Nach Kimba kam ja das Ren(n)tier.
Selbst meine eigene Familie (VERRÄTER!) haben gefragt, ob ich noch ganz bei Trost bin, denn man wusste NICHTS weiter über Chiara.
Stubenrein? Pöh - wer soll s wissen?
Ob sie an der Leine gehen kann? - Wer weiß!
Ob sie hören wird? - Keine Ahnung!
Wird sie jagen? - Steht in den Sternen...
Kinder? - Wahrscheinlich mag sie Kinder
Katzen? - Schlimmstenfalls mit Senf und guter Butter
Kann sie Auto fahren vertragen? - Gegenfrage: Wie sind die Lottozahlen am nächsten Samstag?
Wie schaut s mit dem Alleinsein aus? - Sie war ja nie allein!
Kennt sie eine Wohnungseinrichtung? - Vermutlich eher nicht.
Und da bin ich kurz in mich gegangen... und hab sie dann hergeholt.
Ich konnt ja nicht mal eben in die Tötungsstation nach Madrid, um sie mir anzusehen.
In Lichtgeschwindigkeit hat sie gelernt, worauf es ankommt und arrangiert sich, so gut es ihr möglich ist.
Ja, das war ein Risiko, aber ein wunderbares!
Somit oute ich mich: Bei mir fehlt IMMER der Verstand und es gibt wohl nur das Herz.
Sicher nicht sehr löblich, aber ändern kann ich es nicht.
Lieben Gruß
Andrea


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