Guten Morgen!

Also ich habe mit 15 oder so angefangen, mich um fremde Hundis zu kümmern. Zwei Dobis und vier DSH(-Mixe). Mein erster eigener Hund war der Prinz, ein Abgabe-Dobi, den ich im Alter von fast vier Jahren aus dem Tierheim mitgenommen habe. Im Februar 2009 musste ich ihn gehen lassen... Zwar kenne ich seine Jugend nur aus Erzählungen der Vorbesitzer, aber die vieler anderer Dobi-Welpen "in echt". Allesamt hibbelig, sehr bewegungsfreudig, sehr lernfreudig, aber bei Unterforderung oder Inkonsequenz seeehr nervig und "stur" (O-Ton der Besitzer; meine Meinung: Cleverness! Muss ich einmal nicht machen, muss ich gar nicht machen.)... Mein erster Ridgelessback, der Loki, ist jetzt 6,5 Jahre alt und von Welpe an bei mir. Er ist schon immer ausgeglichenst. Er lernt bei richtiger Motivation (Futtertube!!!) schnell und gern. Versucht aber heute manchmal noch, geforderten Kommandos durch das Anbieten von Alternativen auszuweichen. Konsequent durchsetzen, sonst Freischein!!! Der einzige Unterschied zwischen Prinz und Loki war die Art der konsequenten Durchsetzung: Prinz hat schon mal einen Leinenimpuls oder ein korrigierendes Hand anlegen vertragen, ließ sich sofort wieder aufbauen und weiterarbeiten. Für Loki dagegen reicht dies böse, tiefe Stimme, dass ich diese Übungseinheit abhaken kann... Körperliche Einwirkung geht gar nicht. Im Vorsitzen habe ich ihn mal dadurch korrigiert, dass ich ihn gerade vor mich gesetzt habe. Ganz sanft, mit Hand ans Hinterteil und gerade hinschieben. Mehr nicht. Die "Strafe" folgte: Anfangen bei Null und ein viertel Jahr Arbeit, bis er überhaupt wieder ins Vorsitz kam...

Fazit: Die Erziehungsmethoden unterscheiden sich nicht und der Ridgeback ist nicht schwieriger, aber die Dosis ist eine andere! Klingt ganz einfach, oder?!

Und weil einfach nicht einfach funzt im Umgang mit Lebewesen, stelle ich dir jetzt Kito vor, meinen Junior-Ridgelessback. Er ist heute 13 Monate alt geworden. Er ist mit jeglichem Spielzeug motivierbar, kann von 0 auf 100 in unter drei Sekunden, die Schwelle zur übermotivierten Kopflosigkeit (Guck mal, guck mal, guck mal! Frauchen, guck mal! Was ich alles kann! Guck doch mal!) ist schnell überschritten (passiert mir nach wie vor) und nimmt schon mal nachts um 01:43 Uhr seinen Kong, um Büchsenfuttereisreste des Tages durch auf's Laminat schmeißen heraus zu bekommen... Hätte er nicht Papiere und würde ich die Eltern nicht kennen, könnte man ihn glatt für einen Ungarisch Kurzhaar oder gar einen redwheaten Dobermann halten! Das übrigens auch zum Thema "Livernoses sind ausgeglichener" - ha, ha...

So. Ich schätze, ich konnte dir nicht helfen. Aber so ist das Leben! Beide Rassen können wunderbare Familienhunde sein, können kaum Jagdtrieb haben, können... Aber all das müssen sie nicht! Es sind und bleiben Individuen. Nichts mit Rassestandardkamm! Ein guter Züchter kann dir einen Welpen empfehlen, der zu deinen Wünschen/Ansprüchen/Vorstellungen passt. Und wenn du ein gutes Händchen in der Erziehung hast, wird es ein Traumhund. Und mal ehrlich: Dann ist es doch egal, ob es ein Dobermann oder ein Ridgeback ist, oder?!

LG Janine mit Loki und Geburtstags-Kito