Zitat Zitat von singhiozzo Beitrag anzeigen
Dann lass mich dir und Heins kurz erklären, was ich damit meine, wenn ich z.B. von Überzüchtung spreche. Meine Quelle ist in diesem Fall ein Bericht bei Stern TV vom 03.11.2010, der das Thema sehr anschaulich gezeigt hat. Dort heißt es unter anderem:

...Die Folge dieser Zuchtweise ist allerdings nicht nur eine immer größere äußere Ähnlichkeit, sondern auch die Weitervererbung von Krankheiten und die negative Veränderung von Genen. Das bezeichnet man als Inzuchtdepression.

Warum spielt Reinrassigkeit bei der Hundezucht eine so große Rolle?
Die Hundezucht sei heute stark ausstellungsorientiert, sagt Züchter Alexander Däuber: Um bei Hundeshows möglichst gut abzuschneiden, versuchen Züchter, möglichst reinrassige Tiere zu züchten. Wesen und Gesundheit der Tiere treten immer mehr in den Hintergrund, Attribute wie "kurz", "lang", "massig" oder "groß" werden wichtiger.

Welche Folgen hat die Überzüchtung?
Durch die jahrzehntelange Rassezucht und Überzüchtung von Hunden haben sich über 450 verschiedene Erbkrankheiten entwickelt. Die Folgen sind unter anderem Autoimmunerkrankungen, sinkende Lebenserwartung sowie nachlassende Vitalität und Fruchtbarkeit.

Hinzu kommen Erkrankungen, von denen nur bestimmte Hunderassen betroffen sind. Wie viele Hunde sind betroffen?

Das kann man nicht genau sagen, denn offizielle Erhebungen über Erkrankungen gibt es nicht. Züchter halten sich mit solchen Zahlen meistens bedeckt.

Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 5,9 Millionen Hunde. 29 Prozent davon stammen von Mitgliedern des Verbands für das deutsche Hundewesen (VDH). Der Verband bittet seine Mitglieder zwar, nicht mit erbkranken Hunden zu züchten, verbietet es aber auch nicht. Und Daten über vererbte Erkrankungen erhebt er ebenfalls nicht.


Ich möchte das noch einmal klarstellen: ich rate weder vom Züchter ab, noch empfehle ich ihn. Beide Seiten haben ihre Berechtigung.
Sodala... Die Suse mal wieder als tibetanische Gebetsmühle...

Vorbemerkung: Die folgenden Ausführungen gelten nur für den RR einschließlich seiner Zuchtvereine und beziehen sich in keinster Weise auf andere Rassen als den RR.

Erstens: Hast du das Pedigree deines Hundes? Nein? Irgendeine Ahnung über Erbkrankheiten der Eltern, Großeltern, Tanten, Onkels etc.? Nein? Gewissheit wegen Nicht-Inzuchtverpaarung (jepp, Inzucht gibt es auch ohne Papiere und die hat der VDH auch nicht gepachtet - ich mutmaße da eher andersgewichtete Verhältnisse gegenüber Nicht-VDH...)? Nein? Wie auch, gibt ja keine Papiere...

Zweitens: Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere? Nein?

Drittens: Wesenstest? Nein?

Viertens: Garantie dafür, dass die Hündin nicht mit der nächsten Läufigkeit belegt wird? Nein?

Fünftens: Wurfabnahme? Nein?

Sechstens: Standard?

Zuchtordnungen und Zuchtzulassungen machen Sinn. Letztendlich liegt es immer in der Eigenverantwortung, den Züchter, seine Verpaarungsauswahl und seine Aufzucht zu hinterfragen. Auch den VDH-Züchter. Ich kann mich aber nur kritisch und bewusst mit etwas auseinandersetzen, wenn ich die Informationen habe. Mit der netten Nachbarshündin und dem hübschen Nachbarsrüden hab ich die nicht unbedingt. Nett und hübsch alleine reichen auch nicht wirklich...

"Keine Papiere" und trotzdem reinrassig bewahrt nicht vor Überzüchtung.

LG

Susanne