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Thema: "Anschaffung" Hund

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  1. #1
    letum non omia finit Avatar von Chappyxxs
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Moin
    Zunächst: Hallo Florina.
    Zu Deinen Fragen: Ich kenne zwei Ridgebackdamen, die haben auch eine isolierte Hütte zur Verfügung, die immer offen steht. Ein Arbeitskollege von mir hält seine beiden Mädels so. Sie wohnen schon bei ihm im Haus, aber die (noch von früher existente) Hütte wird halt auch genutzt. Sie hat einen Liegeplatz mit Fußbodenheizung und beide Hunde nehmen das gut an.
    Sowas geht also - die Frage ist, ob das ein Lebensmodell sein sollte, um Abwesenheiten zu überbrücken. Wenn mein Kollege arbeitet ist z.B. seine Frau daheim.

    Von einem Welpen würde ich bei Euch abraten.
    Wenn Du Läufer bist, solltest Du nämlich sicher gehen, einen lauffreudiges Exemplar zu erwischen (mein Sam z.B. hasst joggen und ist dabei die reinste Spassbremse), welches auch wenig Jagdtrieb hat - sonst ist das nicht witzig.
    Und ein Welpe ist ja auch frühestens in zwei Jahren soweit, dass er einem ambitionierten Läufer nicht im Wege steht.

    Hunde sind nicht gern allein. Weder im Garten noch im Haus. Insofern ist die Idee mit dem Garten nett, aber... naja
    Man sollte auch überlegen, ob man eher der Englischer-Garten- oder Wildwuchs-Typ ist, denn in jedem Fall ist da auch der Pflegezustand eines so bewohnten Gartens zu bedenken... Ich z.B. hab viel Zeit in unseren 1000 qm Garten gesteckt und kann drauf verzichten, dass mein unbeaufsichtigter Hund meine Buchsbaumhecken totpieselt, sich in meiner Abwesenheit verletzt oder vergiftet wird, weil ein Hundehasser was über den Zaun wirft. Ich mags auch nicht, wenn er Passanten ankläfft oder über unseren >2m-Zaun springt, weil er Langeweile kriegt oder eine Katze verfolgt.
    Und mein Kollege durfte auch schon untergrabene Kirschlorbeeren restrukturieren, weil seine Dame nach der Trächtigkeit Wurfhöhlen grub, die wahrhaft tiiiief blicken liessen.

    Besten Gruß
    Ilonka
    AsadTheFirst likes this.
    Trust is earned. We can`t just hand it over.

  2. #2
    Registrierte Benutzer - unmoderiert Avatar von Bomaliya
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Hallo Florina,

    ich hab einen ähnlichen beruflichen Werdegang hinter mir wie du anstrebst und schreib dir einfach mal, wie ich das Ganze jetzt machen würde, wenn ich nochmal von vorne könnte...

    Hund war da (3J), also blieb er - keine Frage. Das Ref war stressig und hätte ich den Hund nicht gehabt, wäre ich nur noch in Arbeit versunken. Ich bin an der Berufsschule, da wechselt man 1x pro Jahr die Schule. Ich hatte das Glück, ein bezahlbares Häuschen im Grünen, 5 Minuten von der Schule weg mit hundefreundlichen Vermietern zu finden und auch im zweiten Jahr war die Schule die gleiche (was so gut wie nie vorkommt).

    Falls du am Gym bist, würdest du jedes halbe Jahr die Schule wechseln, entsprechend oft musst du umziehen und immer eine Wohnung finden, wo man einen "großen" Hund akzeptiert. Das wird - selbst in ländlichen Gegenden - nicht sooo einfach (wir suchen selbst gerade und ab dem Zeitpunkt, wo der Hund ins Spiel kommt, sind wir ziemlich oft raus). Das hatte ich vorher nie bedacht.

    Das Ref wird dich nervlich ziemlich an die Grenzen fahren. Mein Hund hat darauf extrem reagiert und das spiegelte sich in seinem Verhalten: übersteigerter Schutztrieb, plötzlich wieder vorhandener Jagdtrieb, Unarten aus Langeweile. Möglicherweise wird es dir auch so gehen, dass du bis spät in die Nächte arbeitest, um den Unterricht für den nächsten Tag hinzubekommen und Hundi will aber jetzt seine Gassi-Runde, weil er schon den ganzen Tag Zeit zum Faulenzen hatte. Dann kannst du dich entscheiden. Entscheidest du dich falsch, nimmt dir entweder der Hund am nächsten Tag die Bude oder der Seminarlehrer die Stunde auseinander. Du siehst, das kann im Dilemma enden...

    Dann wurden stundenlang Unterrichtsversuche besprochen. Es gibt Seminartage, wo ich zB 1x pro Woche 160km weit weg den ganzen Tag war, Hund im Auto (mit Wasser, im Schatten oder Tiefgarage geparkt), Mittagspause zum Spaziergang während andere in der Sonne Brotzeit machten. Dann kommt nach dem normalen Unterricht noch eine Konferenz, die gerne mal - je nach Chef - ein paar Stunden dauern kann. Klar kann man viel von zu Hause arbeiten, aber die Zeit in der Schule darfst du auch nicht unterschätzen.

    Von der Kohle her ist es im Ref auch nicht rosig. Du brauchst erst mal "seriöse" Klamotten, du brauchst Unmengen an Lehrbüchern (nicht jede Schule stattet dich aus). Ich war so gut wie immer pleite, da hätte nichts, aber auch gar nichts (nicht mal eine Autoreperatur) zusätzlich sein dürfen. Dein Freund verdient zwar, aber lass mit dem Hund irgendwas sein und du bist finanziell schneller am Ende als du dich erholen kannst.

    Im Nachhinein würde ich nicht darauf verzichten wollen, dass ich zwischendurch mal raus muss und mich in der Natur bewegen kann. Aber ich würde mir heute einen Gassi-Hund dafür holen. Den kann man sicher auch mal sitten, mal über Nacht haben oder wenn die Besitzer im Urlaub sind. Mein Hund musste des Öfteren bis zu 9 Stunden alleine bleiben, war dann auch mit Zugang zum Garten, damit er seine Notdurft verrichten konnte (was uns aber auch ein territoriales Problem beschert hat).

    Jetzt, als fertige Lehrkraft, sieht die Sache etwas anders aus. Ich habe meinen Stundenplan, der sich kaum ändert, ich kann auch mal einer Konferenz fernbleiben und meine Unterrichte sind fertig vorhanden. Ich komme meist nach 5, spätestens nach 7 Std heim (ja, mag dem einen oder anderen zu lang sein, aber meine Hündin (2J, nach dem Ref eingezogen) schafft das sehr gut und entspannt (videodokumentiert)) und für die Extremfälle hab ich mehrere Leute, wo ich sie unterbringen kann.

    Natürlich kannst du dir einen Hund holen und es wird schon irgendwie gehen. Ich habe mir auch immer gedacht, dass es den perfekten Zeitpunkt nicht gibt und während dem Studium lief das auch alles super. Ich würde die Zeit mit meinem Rüden auch nicht missen wollen, bitte nicht falsch verstehen. Aber es war im Ref sauanstrengend, oft nicht mehr lustig und es hat mich wahnsinnig viele Nerven gekostet (ich müsste mausgrau sein!).

    Nachdem du noch keinen Hund hast, borg dir doch lieber einen zum Joggen. Es gibt viele HH, auch mit RRs, die sehr froh wären, ihren Hund ab und zu bewegt/ausgelastet zu sehen.
    BerTin, spechti, HeikeCR and 4 others like this.

    Spuren im Sand verwehen, Spuren im Herzen bleiben.
    (unbekannt)
    BOMA * 3/2005 t 10/2011

  3. #3
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    zum Thema Lehramtsreferendariat:
    es war die schlimmste Zeit meines Lebens und ich habe mit einer Vollzeitstelle als Gymnasiallehrerin mit 2 Korrekturfächern wesentlich mehr Zeit und mein Hund ist auch erst nach dem Ref. als ich wusste, wie's weitergeht und wo ich arbeiten werde eingezogen :-)
    Überleg dir das gut... ich hätte mir nicht vorstellen können im Ref noch einem Hund (geschweige denn einem Welpen) gerecht zu werden. Ich saß zu Lehrprobenzeiten Tage/Nächte lang am Entwurf und war zwar Zuhause, aber Zeit hatte ich trotzdem nicht. Außerdem musste ich ständig quer durchs Saarland fahren zu 3 Schulen und dem Seminar, wodurch wiederum sehr viel Zeit drauf ging. Das ist zwar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, aber trotzdem wird ds kein Spaziergang...

    just my 2 cents...

    LG
    Caro
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  4. #4
    Bayo und 2 Engel Avatar von Monthy
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Hallo Florina,

    erst einmal möchte ich dich hier im Forum ganz herzlich willkommen heißen und zum zweiten finde ich es äußerst lobenswert von dir, dass du dich vor der Anschaffung eines RR hier sachkundig machen möchtest und nicht gleich losrennst und dir voreilig und unüberlegt eine Welpette ins Haus holst.

    Du hast nun genug Fakten zu lesen bekommen, die eigentlich gegen die Anschaffung eines Hundes bei euch sprechen und - so leid es mir tut - würde auch ich dir empfehlen, damit noch ein wenig zu warten.
    In deinen Argumentationen sind mir zu viele Vermutungen, du gehst davon aus, dass sich das Referendariat so und so gestaltet, wie es dann tatsächlich aussieht ist eben noch ungewiss.
    Ein Hund begleitet euer Leben länger als die Zeit des Referendariats, es sollte eine beständige Lebenssituation für die nächsten 10-12 Jahre gegeben sein. Natürlich kann nie einer voraussagen, was innerhalb dieser Zeit passiert, aber ich denke, dass gerade die Zeit während der Ausbildung eben noch sehr ungewiss ist. Anders eben, als wenn man einen festen Job mit geregeltem Tagesablauf hat, die Kinder aus dem Gröbsten herausgewachsen sind....

    Was spricht dagegen, noch ein bis zwei Jahre zu warten, bis du weißt, wo genau du stehst (dienstlich, privat und familiär) und eine gewisse Beständigkeit Einzug gehalten hat?

    Du bist noch jung, wer sagt dir, dass deine Beziehung dauerhaft Bestand hat (auch Hunde leiden unter einer Trennung), wer sagt dir, dass sich nicht in ein-, zwei Jahren Nachwuchs anmeldet (da bleibt der Hund - zumindest anfänglich - auf der Strecke! und wenn der Hund Kinder nicht mag, was dann?).

    Diese Wartezeit kannst du nutzen, indem du dich auf einen RR intensiver vorbereitest, dich mit der Rasse genauer beschäftigst. Vllt. kannst du dich ja mal jemandem hier auf seinen Gassirunden anschließen?

    Und dann ist mir noch etwas aufgestoßen:
    In deinem letzten Post schreibst du etwas, dass eigentlich dein Freund den Hund will und du diesen Kompromiss GERNE eingehst, weil er so viele Kompromisse für dich macht! Das liest sich für mich, als wenn der Anstoß zur Anschaffung eines Hundes nicht von dir ausging. Du bist aber diejenige, die ihn dann begleitet und erzieht?
    Ich hoffe, dass ich das falsch verstanden habe!
    Ein Hund - speziell auch ein RR - ist niemals ein Kompromiss, um jemandem einen Gefallen zu tun oder ihm seine Liebe zu zeigen. Wenn du nicht hundertprozentig dahinter stehst, lass es bitte - im Sinne des Tieres!

    Du bist intelligent, also lass dir bitte alle hier aufgezeigten Argumente durch den Kopf gehen und dann triff deine Entscheidung, nicht emotional und aus dem Bauch heraus, sondern weise und gut überlegt. Du hilfst damit einem Tier, eben nicht in Not zu geraten.
    Leider habe ich allerdings bisher so ein Gefühl, dass du mittlerweile auf bockig schaltest und dann nützt es auch nichts mehr, sich vegan zu ernähren, wenn man selbst Tiere wissentlich und aus Egoismus heraus in seelisches und psychisches Leid stürzt...

    Danke
    LG
    Sabine
    Geändert von Monthy (26.06.2012 um 12:51 Uhr)
    LG Sabine mit Bayo
    sowie Monthy
    (17.08.2009 - 19.12.2021) und Luna (09.10.2012 - 07.04.2024)
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  5. #5
    BamBam, Hellboy & Sonny Avatar von Stefanie R.
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Zitat Zitat von Florina Beitrag anzeigen
    Ich werde mein Studium im Juli 2013 abschließen und dann habe ich bis zum November frei. Danach kommt mein Referendariat, was einer Teilzeitbeschäftigung ähnelt, von den Abwesenheitszeiten jedoch noch weniger. Mein Freund fällt da mal weg, denn er ist ein Vollzeitarbeiter, wünscht sich aber genauso gerne einen Hund.
    Ist das Referendariat wirklich so lässig? Ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen. Wie sieht denn die Betreuung nach dem Referendariat aus? Sollen die komplett die Eltern übernehmen?

    Zitat Zitat von Florina Beitrag anzeigen
    Ich stelle mir zunächst vor, dass ich meine 4,5 Monate Freizeit im kommenden Jahr nutzen könnte, um unseren Welpen an ein Leben mit uns zu gewöhnen, ausgiebig in die Welpenspielstunden zu gehen und eben einfach für ihn da zu sein.
    Das ist aus meiner Sicht eine gute Grundlage, um dem Hund zu vermitteln, wer er ist und wo er hingehört. Aber es muss klar sein, dass das Training danach nicht abgeschlossen ist. Das "einfach für ihn da zu sein" muss danach weitergehen.

    Zitat Zitat von Florina Beitrag anzeigen
    Dann wird ja mein Referendariat beginnen, wo es dann auch zu ersten Abwesenheitszeiten meinerseits kommen wird, die ich vorher gerne mit dem Hund üben möchte. Zudem kann man noch sagen, dass meine Schwiegereltern in Rente gehen und sich auch wieder nach einer zweijährigen Pause einen Hund kaufen möchten, so könnte man es vllt verbinden und die Tiere aneinander gewöhnen, weil ja bei Krankheit oder sonstigen Abwesenheiten jemand einspringen müsste. Zudem wären dann auch die gemeinsanen Urlaube gesichert, wenn die Hunde sich kennen und mögen.
    Was macht ihr, wenn sich die beiden zukünftigen Hunde nicht miteinander verstehen? Was für einen Hund werden sich deine Eltern anschaffen? Ist gesichert, dass sie mit beiden Hunden klar kommen? Ein junger RR alleine ist schon anspruchsvoll. Ich habe mir einen zweiten, jungen Hund dazu nicht mehr zugetraut, nachdem ich den ersten Züchterbesuch hinter mir hatte. Da haben wir uns auch schnell von unserem "nach einem Jahr nehmen wir einen zweiten Rüden dazu" verabschiedet. Die gute Betreuung während deiner Abwesenheit muss in jedem Fall gesichert sein, sonst macht ihr alle Beteiligten unglücklich.

    Zitat Zitat von Florina Beitrag anzeigen
    Ich möchte euch auch noch fragen, was ihr zu folgender Idee haltet:

    Meine Freundin hat in ihrem Garten für ihren Hund eine Hundehütte gebaut, sie ist recht groß, durch doppelte Dämmung geschützt und beheizt, der Garten ist komplett eingezäunt (wie unserer, 800qm) und sie lässt ihren Hund für max. 5 Stunden alleine und dies dann im Garten. Zusätzlich kann er noch auf die überdachte Terrasse, Hundehaus ist natürlich offen, kein Zwinger.
    Von der Idee halte ich gar nichts und ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Hundemann das ähnlich sehen würde wie ich. Wo ich bin, ist auch mein Hund. Und wenn ich mal nicht da bin, hält er sich üblicherweise dort auf, wo er am stärksten meinen Geruch in der Nase hat. Ob das nun unbedingt so sein muss, sei mal dahingestellt.

    Zitat Zitat von Florina Beitrag anzeigen
    Ich selber finde die Idee für uns auch super, dann müsste der Hund nicht im Haus hocken, wenn man arbeiten ist.
    Er hockt nicht im Haus, sondern er kann sich dann in seinem vertrauten, gesicherten, häuslichen Umfeld aufhalten. Wäre mir deutlich lieber als ein Aufenthalt in einer noch so schön verpackten Gartenhütte mit Garten, in dem ohne Aufsicht wer-weiß-was passieren kann. Welchen Unterschied macht es für den Hund, ob er in einer Hütte liegt oder im Haus? Ist doch eher für den Besitzer angenehmer, weil der Hund nicht auf die Couch kann, nix kaputtmachen kann, etc. Das müsste man sonst alles mit dem Hund üben. So spart man eine Menge Zeit.

    Viele Grüße,
    Stefanie mit BamBam
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    He is your friend, your partner, your defender, your dog.
    You are his life, his love, his leader.
    He will be yours, faithful and true, to the last beat of his heart.
    You owe it to him to be worthy of such devotion.

  6. #6
    Hundehalterversteher Avatar von Vorname Nachname
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Off-Topic:

    An sich sollte jeder potentielle RR-Halter das Buch "Kenny und die Großwildjäger" zuallererst mal gelesen haben.
    Ich hätte ja den ergänzenden Titel "Hundehaltung als Akt der Autoaggression" oder "Eine Studie über das Stockholm-Syndrom" hinzugefügt ...
    Geändert von Vorname Nachname (25.06.2012 um 19:41 Uhr)
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    „Wie können Sie so mit den Engländern sympathisieren? Sie können ja noch nicht mal englisch.“ „Nein, aber deutsch.“ [Karl Kraus]

  7. #7
    Mittendrinmensch Avatar von Juchhu
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Zitat Zitat von Vorname Nachname Beitrag anzeigen
    Off-Topic:

    An sich sollte jeder potentielle RR-Halter das Buch "Kenny und die Großwildjäger" zuallererst mal gelesen haben.
    Ich hätte ja den ergänzenden Titel "Hundehaltung als Akt der Autoaggression" oder "Eine Studie über das Stockholm-Syndrom" hinzugefügt
    Die Hunde quasi als Geiselnehmer?
    Interessanter Ansatz!-)))
    Wahrscheinlich fristet die Mehrheit der Hunde ein geistig und auch körperlich unterfordertes Dasein.
    Mach mehr mit und aus Deinem Hund.
    Und lass es zu, dass aus einem "Nur dabei"-Hund ein "Mittendrin"-Hund wird.

  8. #8
    Hibbelhundehalter *gg* Avatar von spechti
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Hallo Florina,

    da Dir die Bedenken und "Vorhaltungen" nicht zu passen scheinen, bzw. Du sehr in Deiner Theorie verfangen bist, ein Praxisbericht.
    Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Paar Schuhe, mitunter so unterschiedlich wie Manolos und Meindls.....

    Unser Welpe zog ein, als wir beide noch Vollzeit arbeiteten.
    Ein ganzes Jahr haben wir unsere Dienstpläne und Zeiten verglichen, akribisch die freien Tage des Monats aufgelistet und kamen nach einem Jahr zu dem Schluß:

    Der Hund muß maximal 4mal im Monat 8 Stunden alleine sein. Fazit: Kein Problem
    Der Hund muß maximal 3mal die Woche 3,5 Stunden alleine sein. Fazit: Kein Problem
    Wir arbeiten an mindestens 4 Tagen die Woche gegenschichtig, haben frei oder Nachtdienst. Fazit: Kein Problem
    Wir haben 8 Wochen am Stück Urlaub und kriegen das mit dem Alleine bleiben schon hin. Fazit: Kein Problem
    .................................................. .................................................. .................................................. ......

    Der Hund zog ein und.....alles war ein Problem, denn:
    Der war soooo zauberhaft, den KONNTE man gar nicht wirklich alleine lassen, die Tage waren so schnell `rum und überhaupt und schwupps, waren die ersten zwei Wochen vorbei.
    Nun begann das Training.....klappte total gut.
    Er übte das lautstarke Singen und unterhielt auch während 10 minütiger Abwesenheit die gesamte Nachbarschaft.
    Schon war guter Rat teuer.
    Schwupps mußte ein Hundesitter her.
    Meine Schwiegereltern fielen aus wegen Überforderung, also Nachbarn mit Hund, Kollegen und Freunde aktiviert.
    Wir hatten das ganz große Glück und haben ein besonders pflegeleichtes RR-Exemplar erwischt, zumindest, was das Alleine bleiben angeht.
    Nach einer Woche üben mit Sitter, der jeden Tag vor unserer Rückkehr ein bißchen früher ging, klappte es super.
    Verlassen würde ich mich darauf niemals.
    Als er zum allerersten Mal drei Stunden alleine bleiben mußte, hatte ich bei der Arbeit keine ruhige Minute mehr.
    Wir haben zwei Monate überbrückt, dann habe ich reduziert und meine Arbeitszeit auf hauptsächlich nachts umgestellt und arbeite nun seitdem 75%, was bedeutet, daß ich ca. 16 Tage des Monats frei und somit GANZ viel Zeit für meinen Hund habe.
    Ich hatte mir das so einfach und toll vorgestellt.....im Endeffekt war es das dann auch, jedoch nur, WEIL es nur zwei Monate waren.
    Aus heutiger, erfahrener Sicht sage ich: THEORETISCH klappt immer alles.....PRAKTISCH seltenst.
    Ich schließe mich meinen Vorschreibern an, mache Dein Referendariat und sieh`, was dann an Zeit vorhanden ist.
    Denn....was kommt denn nach dem Referendariat?
    Fängst Du dann direkt mit einer 50% Stelle an oder wie stellst Du Dir das vor?
    Denn solltet Ihr beide Vollzeit arbeiten, laßt es lieber sein.
    Und Hundehütte im Garten?
    Wie handhaben (haben) das Deine Schwiegereltern denn (gehandhabt)?
    Kommen/kämen sie mit einem großen, lauf-und bewegungsfreudigen, grobmotorischen Ü40 Hund zurecht?
    Und WOLLEN sie das überhaupt?

    LG, Suse
    Geändert von spechti (25.06.2012 um 20:08 Uhr)
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    Um sich Feinde zu machen, muss man keinen Krieg erklären. Es reicht, wenn man sagt, was man denkt.

    - Martin Luther King -



  9. #9
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Hallo Florina,

    ich habe im Bekanntenkreis eine Referendariatszeit auf einem Gymnasium "miterlebt". Das Frauchen eines Tobekumpels meines Hundes hatte sich das alles ganz easy vorgestellt. Die Realität war dann so: 2 mal die Woche 5 (Zeit-)Stunden an der Schule, 2 mal die Woche 6 Stunden, einmal 5 Stunden plus anschließende Arbeitsgruppe mit anderen Referendaren, so dass sie an dem Tag auf rd. 8 Stunden an der Schule kam. Dazu jeweils noch 20 min Hin- und Rückfahrt zur Schule, und als Ref. ist man i.d.R. auch etwas früher an der Schule als zu Unterrichtsbeginn. Also Abwesenheit von 6, 7 bis hin zu 9 Stunden.

    Ihr Tagesablauf sah so aus, dass sie morgens um 5 Uhr aufstand, um ihrem Hund genügend Bewegung verschaffen zu können, bevor sie ihn allein ließ. An den langen Tagen ist sie in der Mittagspause schnell nach Hause, um kurz mit ihm rauszugehen. Nachmittags/abends viel Arbeit mit den Unterrichtsvorbereitungen. Ging alles am Ende, aber sie würde es nicht noch einmal so machen, es war enorm stressig, sie hatte das völlig unterschätzt. Und der Hund, ein Golden Retriever, war zu Beginn des Referendariats bereits 2 Jahre alt und war es durch das Studium schon gewohnt, hin und wieder mehrere Stunden allein zu sein, wenn er nicht mit an die Uni konnte.

    Was ich damit sagen will: den Wunsch nach einem Hund kann ich sehr gut nachvollziehen. Nur tut euch und ihm den Gefallen und rechnet die zur Verfügung stehende Zeit nicht schön, sondern plant realistisch. Es gibt Hunde, die sehr lange überhaupt nicht oder nur sehr kurz allein bleiben können. Das weiß man vorher nicht, auch damit solltet ihr rechnen, da kann ein intensives, langes Training notwendig werden. Ich persönlich würde empfehlen, mit dem Hund noch zu warten. Nach dem Ref. weißt du, wie die Zeiteinteilung zukünftig aussehen wird, ob da ein Hund hineinpasst oder nicht. So viele Nothunde werden aus Zeitmangel abgegeben, überlegt das gründlich und entscheidet euch im Sinne des Hundes.

    Viele Grüße,
    Sylvia (bei freier Zeiteinteilung von zu Hause aus arbeitend, Vegetarierin ;))
    Bomaliya likes this.
    Sylvia mit Bahati
    und Wayo (13.08.2008-20.02.2021) immer in unseren Herzen

  10. #10
    Registrierte Benutzer - unmoderiert Avatar von chilli09
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    Zitat Zitat von Florina Beitrag anzeigen
    Mit der Gartenhaltung habt ihr sicherlich recht, danke für die Anregungen!

    Alles andere kann ich zwar so nachvollziehen, aber nicht teilen.

    Als Referendarin habe ich 15 Unterrichtsstunden (45min.) und ich bin ein Organisationstalent aufgrund der Tatsache, dass ich trotz eines Vollzeitstudiums noch eine 50%-Stelle habe. Ich bin doch als Referendarin ganz viel zu Hause und kann mir meine Arbeit selbst einteilen und wenns mal stressig wird auch etwas Arbeit aufs Wochenende legen, wo mein Freund dann da ist und abends, wenn ich mal laufen möchte, kann und soll ja auch mein Freund Zeit mit unserem Hund verbringen, wir wollen ihn ja beide. Und klar ist, dass ein Hund immer an erster Stelle steht, selbstverständlich auch vor meinem Hobby Laufen.

    Zum Thema Arbeiten: Ich habe als fertige Lehrerin ja auch mit einer Vollzeitstelle 28 Stunden zu unterrichten, verteilt auf 5 Werktage machen das im Schnitt 5,5 Stunden, wo ich dann so gegen 13-14 Uhr wieder zu Hause bin. Ich finde es auch nicht pauschal unverantwortlich seinen Hund diese Zeit allein zu lassen, denn die restliche Zeit würde er gut beschäftigt und bespielt werden, Hundeschule bekommen, Sport und weitläufige Spaziergänge.
    Dazu kommen ja auch noch 12 Wochen Ferien im Jahr, die man sehr gut nutzen kann, um Unterrichtsreihen vorzubereiten, um sich den Alltag zu erleichtern, es ist eben immer eine Frage der Selbstdisziplin und der Organisation, worin ich mich schon für "fortgeschritten" halte.

    Zum Thema Urlaub: Ich fahre seit Jahren nach Dänemark an den Henne Strand und ich würde den Hund immer mit einbinden, das ist aber selbstverständlich.

    Stichwort Tierschutz: Ich bin Veganerin und eigentlich ist es sogar ein absolutes No-Go sich einen Hund vom Züchter zu holen, Tierschutz fängt also in vielen Bereichen an und das ganz klein. Wenn es auf Kosten des Tieres käme, würde ich selbstverständlich verzichten!

    Aber scheinbar sind wir dann nicht dazu geeignet einen Hund zu halten...
    Hey hey,

    immer mal langsam. Du wolltest dich hier austauschen, da hört man schon mal die ein oder andere Kritik. Keiner hat behauptet, dass ihr unfähig seid, um einen Hund zu halten. Jeder hier im Forum hat halt so seine eigenen Erfahrungen und Fehler gemacht, sieh es als kostenlose Beratung Ich bewundere dich, wenn du neben REF noch soviel Zeit hast. Meine Kollegen incl. mir in der Ausbildung hätten das neben tausend Refseminaren und zusätzlich Unterricht, nächtelanges Vorbereiten inklusive nicht gestemmt.Wenn DU das zeitlich hinkriegst ok, doch mach es dir doch nicht unnötig schwer, du würdest doch während des Studiums oder Refs auch kein Kind planen, oder? Damit ist es auch ungefähr vergleichbar. Deine Hobbies (Laufen) finde ich ideal in Kombi eines Ridgebacks, doch vor seinem knapp 2-ten-LJ heisst es auch Abstand nehmen und minimal aufbauen, je nach Entwicklungsstand. Du würdest also erstmal laufen und der Kleine wäre daheim. Wartet einfach noch, dann klappt es unter Berücksichtigung einiger Faktoren sicher...
    "My dog is my castle"
    Heidi, mit Chilli *23.06.2009 und Leo, *02.04.2012

  11. #11
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    Standard AW: "Anschaffung" Hund

    @Chili: So wie ich es gelesen habe arbeitest Du im Büro, also doch kein Lehrer? Also hast Du diese Meinung aus eigenen Erfahrungen raus oder ist das Hören-Sagen von Bekannten?
    Na klar kommt auch viel Kritik, aber es entsteht eben der Eindruck, dass man gleich ein Tierquäler ist, nur weil man seinem Hund Abwesenheitszeiten zumuten will und das finde ich eben verwerflich...

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