Ich weiß nicht, wie Djuma reagierte, käme jemand mit einem Ast in der Hand drohend auf uns zu gelaufen, obwohl sie ruhig sitzt. Ich habe eine Ahnung, aber wirklich bestätigt haben möchte ich das nicht.
Wir gehen so alle 2 Wochen durch das Städtchen zum Burgberg. Da ist die Kirche, nebenan stehen Ruinen einer alten Burg, eine Wiese gibt es und viele Bänke entlang des Weges, der rund um den Berg führt. Dort trafen wir mehrmals einen älteren Mann, der offensichtlich aus Afrika stammte. Es saß immer auf einer Bank und ließ sich die Sonne auf den Buckel scheinen. Wenn wir in seine Nähe kamen, stand er auf und stellte sich hinter die Bank, mit dem Rücken an einen Baum und ließ uns nicht aus den Augen. Er hatte offensichtlich Angst bis hin zur Panik.
Eines Tages wollte ich am Burgberg fotografieren. Dazu brauchte ich Zeit und Ruhe, also bin ich ausnahmsweise ohne Djuma los. Der Mann saß mit einer Frau auf der Bank. Es war seine Frau, sie hielten sich bei der Hand, ganz eng saßen sie da nebeneinander. Ich habe ein paar Fotos gemacht und bin dann zu ihnen. Fragte sie, warum der Mann so große Angst vor Djuma habe, ich hätte ihn das schon immer fragen wollen aber mit dem Hund an der Leine hätte ich ihn nicht noch mehr ängstigen wollen. Der Mann nahm wieder die Hände seiner Frau in seine und sagte: "Wir sind in unserem Land fast getötet worden. In einem Lager haben wir gelebt, im Dreck unter freiem Himmel. Und rund um das Lager liefen viele Hunde wie Ihrer, die haben aufgepasst, dass niemand wegläuft. Es hat auch niemand geschafft. Und jetzt sind wir hier in einem schönen Land in Freiheit, ich sitze hier und sehe Ihren Hund."
Sie haben mir dann ihre Geschichte erzählt, die gehört nicht hierher. Aber wir haben uns noch öfter dort gesehen und beide haben Djuma gestreichelt. Es hat gedauert aber sie haben es geschafft. Das war ein schönes Erlebnis für mich.


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