Hallo
Nun will ich mich doch auch noch zu Wort melden...![]()
Nun ist das mit dem Rassestandard ja ganz gut und vielleicht auch richtig. Aber was ist, wenn ich mir (mit dem Rassestandard im Kopf) einen Welpen in die Familie hole, aus dem Welpen wird ein Junghund und irgendwann wird der Junghund erwachsen - da uns die Natur manchmal bekanntlich ja einen Streich spielt - liegt dieser Hund irgendwann über der vom Standard vorgeschriebenen Größe, bringt ein paar Leckerlis mehr auf die Wage und ein Ohr liegt korrekt an, dass andere würde aber jedem Segelflugzeug zur Ehre gereichen – was dann?! Soll ich nun als Verfechter des Rassestandards diesen Hund abgeben oder mich schuldig machen und ihn behalten?
Auch der beste Züchter kann mir bei einem Welpen mit 8 – 10 Wochen nicht garantieren, dass ausgerechnet mein Hund genau dem Rassestandard entsprechen wird – kann ich zumindest nicht glauben. Als Richtlinie mag das mit dem Standard ja funktionieren, aber ich kann doch einen Hund nicht in so eine Schablone pressen!
Wir haben uns für einen RR entschieden, unter anderem mit Wissen über den Rassestandard und den Beschreibungen zum Wesen. Nun ist unser Hund nun mal 75 cm hoch, wiegt knapp 43 kg (er hat kein Gramm Fett zuviel auf den Rippen, ist auch nicht magersüchtig <= meine Meinung) ist quietschfidel, munter und sehr lauffreudig, Er ist Fremden gegenüber mal aufgeschlossen, mal abweisend, mal einfach nur vorsichtig, mit manchen Hunden spielt er, andere hätte er zum Fressen gern, mal reicht ein „Bitte“ und „Danke“, wenn ich was von ihm verlang, mal ist er störrisch wie ein Esel, mal grast er wie ne Kuh, mal frisst er wie ein Scheunendrescher, schnaubt wie ein Pferd, wär manchmal gern ein Yorkie, um auf den Schoss klettern zu können, mal führt er sich auf wie ne Horde wildgewordener Affen....
Was die Beschreibungen angeht, so grins ich mir manchmal eins. Wir laufen ab und an mit nem Salukirüden oder ner Greyhoundhündin – und unser Janni sieht beim besten Willen nicht aus wie ein Windhund; die Freundin unseres Buben ist ne Bullmastiffhündin, ihres Zeichens ein Molosser, aber auch in diese Richtung kann ich keine Ähnlichkeit feststellen... vielleicht, weil wir nen Rhodesian Ridgeback haben, nicht mehr und nicht weniger?
Soll ich nun in Zukunft, wenn ich nach der Rasse gefragt werde, antworten: Eigentlich ist er ein RR, aber leider liegt er von der Größe über dem Rassestandard, wiegt ein bisserl zu viel, hat die falsche Ohrenhaltung(?), .... außerdem ist er je nach Situation zu folgsam, zu eigensinnig, zu verschmust, zu lebhaft, zu aufgeschlossen, aber ansonsten – vielleicht doch ein RR, ein Individuum?
Ich verstehs ja, dass manche nach dem Rassestandard rufen, sich bei ner Ausstellung aufregen und manche Entscheidungen nicht verstehen. Geht wirklich jemand dorthin, um sich den Standard anzuschauen, oder weil er schöne Hunde sehen will, und seinen schönen Hund zeigen will - manchmal halt auch mit dem Wissen, dass der Standard ansich nicht eingehalten wird. Zum einen denke ich, dass es da einfach nur menschelt, und zum anderen glaube ich, dass halt wirklich das Gesamtbild des Hundes zählen sollte!
Werden nicht auch wir Menschen immer größer, stabiler, dunkler, und ...? Auch wir verändern uns, obwohl man den Skandinaviern nachsagt, sie seien blond und groß, die Südländer müssten eigentlich klein und dunkel sein...
Das dies hier meine Meinung ist, versteht sich von selbst. Evtl. bin ich arg vom eigentlichen Thema abgewichen, aber beim durchlesen kamen mir diese Gedanken, die vielleicht auch dazugehören zu dem Rassestandard...
Mich würde aber auch interessieren, was die, die den Rassestandard so verfechten, mit ihrem Hund machen, wenn er diesem nicht entspricht?
Liebe Grüsse, Elke und Ajani – der draussen in der Sonne liegt und keinen Deut auf den Rassestandard gibt, dem er nicht entspricht ;-)


LinkBack URL
Über LinkBacks



Lesezeichen