Hallo Tina,

meine Maus war so ein Fall, der gerne Mal aggressiv in der Leine hing, wobei es bei ihr Unsicherheit oder sogar Angst war und nicht böse Aggression. Das Ergebnis ist dasselbe, sie hing knurrend in der Leine. Ich kannte "Deine" Methode auch, dem Hund ruhig zureden und so, nur war die Maus, wenn es soweit war, nicht ansprechbar.
Sie hat es einfach nicht gehört oder überhört. Sie war fixiert auf etwas, was in einem solchem Maße Aufregung in ihr hervorgerufen hat, dass ihr alles andere egal war. Kommt es heute soweit, mache ich sie in dem Moment, in dem sie fixieren will, auf mich aufmerksam und rede, wenn sie nicht fixiert, ruhig mit ihr. Das wird dann weiter positiv verstärkt, sobald die Situation vorüber und der Hund im Geiste noch bei mir ist. Ob das ein Leckerchen ist oder Streicheleinheiten, ein Spiel oder sonst was.
Das braucht aber Zeit, denn man will diese Verstärkungen ja irgendwann weg lassen können. Diese Zeit beansprucht Millan nicht, bei ihm muss es sofort funktionieren. Im TV tut es das dann auch, die Realität sieht eventuell anders aus.
Bei den Härte"fellen" bin ich mir immer noch nicht sicher, ob positive Verstärkung ausreicht. Im Tierheim gabs mal so einen Fall. Mit dem Hund wurde gearbeitet, wie mit allen anderen auch. Positive Verstärkung, genung Aufgaben zum Abreagieren, intensive Betreuung und so weiter. Ein richtiger Erfolg zeigte sich jedoch nicht, er nahm die positive Verstärkung an und schoß in 0,nix rum und viel in sein altes Verhalten - immer! Dieses wurde dann aber durch ähnliche Methoden wie bei Millan unterbunden. Er wurde nicht geschlagen, ihm wurde nicht weh getan, aber man zeigte ihm doch sehr bestimmt, dass sein Verhalten nicht akzeptabel ist. Der Mittelweg zwischen nur positiv verstärken und Sachen wie der "Alpharolle" war bei ihm richtig.