Hallo!
Da haben wir wohl auch Anfänger-Glück gehabt! Traue mich ja kaum was zu schreiben, aber ich wollte gerne vermerken, dass nicht immer alles kompliziert sein muss und möchte hier auch als Erstbesitzer Erfahrungen schildern. Wir haben unseren RR mit 10 Wochen bekommen. Es ist praktisch von heute auf morgen passiert. Wir kannten einen anderen Ridgeback und ich hatte auch schon einiges erfragt und gelesen. Wenn also einen Hund, dann am liebsten einen RR .... Der Zeitpunkt kam dann doch sehr plötzlich da ein Kollege meines Mannes einen "Rückläufer" aus seinem Wurf hatte. Wir haben uns den Kleinen angesehen und ein paar Tage später abgeholt.
Mein Mann hatte ein paar Tage Urlaub und dann habe ich weniger gearbeitet. Da aber von vornerein klar war, dass Sam ein paar Stunden am Tag alleine sein muss, haben wir früh damit angefangen. Es fing damit an mal kurz in den Keller zu gehen oder auch nach draussen. Dann mal eine halbe Stunde einkaufen... Es gab von Anfang an keine Probleme und er war dann nach ca. 3 Wochen bei uns jeweils vor und nachmittags für ca. 2 Stunden alleine. Sam ist von Anfang an Auto gefahren und von Anfang an für ca. 3 Stunden mit in den Pferdestall gekommen (nicht dass ihr denkt ich lasse den Welpen dort 3 Stunden herum toben - er hat auch dort viel geschlafen. Stubenreinheit ging ziemlich schnell - wir sind abends um 12.00 das letzte Mal raus und dann morgens um 6 wieder. Ansonsten ist Sam ein ziemlicher Rabauke - er ist verspielt und kann rennen wie ein Grosser :-) Der Wald ist direkt hinter unserem Haus und dort dreht er so richtig auf. Die Rehfamilie hat er Anfangs immer übersehen - mittlerweile schnüffelt er in einem Affenzahn der Spur nach, kommt aber ein Glück zurück, wenn wir ihn rufen. Zumindest im Moment noch... Im Umgang mit anderen Hunden kann er ziemlich rüpelig sein, aber er ist niemals unfreundlich. Wenn er von einem anderen Hund "angemacht" wird, geht er dem Konflikt aus dem Weg und zieht sich zurück.
Wir sind nach 2 Wochen mit Sam zur Hundeschule gegangen und seit dem auch 1x die Woche dort. Es sind dort Hunde jeglichen Hundealters zusammen, was ich persönlich auch sehr gut finde. Es ist schön wenn die Welpen untereinander spielen, aber mit den erwachsenen Hunden zusammen lernen geht viel besser.
Unser Ablauf sieht nun wie folgt aus:
6.30 Uhr kurzes Gassi gehen - hinterher Fressen/ schlafen /8.30 -9.30 Uhr: Grosse Waldrunde mit viel Freilauf und ein paar Kopfaufgaben. 10.00 Uhr bis 12.30: Alleine bleiben/ 12.30 Uhr - 13.30 Uhr: Waldrunde und meistens mit anderem Hundekumpel spielen, danach Fressen/ 14.00 Uhr - ca. 16.00 Uhr: Alleine bleiben/ 17.00 Fressen und eine halbe Stunde ruhen dann ab ins Auto und zum Pferdestall. Dort wird viel gespielt und natürlich an seinem Benehmen gearbeitet. Im Moment sind wir so zwischen 21.00 und 22.00 Uhr wieder zu Hause und dann geht es nochmal ein bisschen auf die Couch zum Kuscheln. Sam hat lediglich eine Tapetenecke und einen Trockenblumenstrauss auf dem Gewissen, ansonsten wird nur Spielzeug zerkaut...
DAs ist nur ein Standardablauf und manchmal gaaanz anders. Wir hatten Sam auch mit 4 Monaten für ein paar Tage mit auf Sylt. Das Haus war schon gebucht und meine Schwiegermutter hat dort Geburtstag gefeiert. 4 Stunden Autofahren (mit pipipausen) und Familienurlaub kein Problem (ausser dass andere Menschen mit dem Hund nicht ganz so konsequent umgehen wie man selbst, aber auch das verkraftet ein RR) Auch Restaurantbesuche und brav unter dem Tisch liegen war und ist problemlos.
Ok ich habe jetzt einen Roman geschrieben. Ein RR ist sicherlich nicht immer ganz einfach (die Phase mit frechem Angucken und "Hä? Sitz? Platz? Was ist das? hatten wir auch schon, war aber nach ein paar Tagen ein Glück wieder weg) und man muss wohl eine konsequente aber liebevolle Art haben. Die brauchen wir auch bei der Erziehung/Ausbildung unserer Pferde oder braucht man sicherlich auch bei anderen Hunden. Der RR will beschäftigt und geliebt werden und ist dann nicht so kompliziert wie viele Menschen sagen. Er ist ein Powerpaket mit einem eigenen Willen und sehr sensibel.
Vielleicht haben wir ja auch einfach nur Anfängerglück oder das böse Erwachen kommt noch.. - wir werden sehen.
Ach ja wir wohnen im 1. Stock und haben lediglich eine 25qm große Dachterasse. Bis 20kg haben wir getragen dann gings nicht mehr. Da habe ich schon ein schlechtes Gewissen. Aber mit 4-5 mal am Tag Treppe laufen muss er jetzt klarkommen.
Susanne mit Sam