Hallo Heins, Hallo McQuag-Frank

Doch ich habe den Artikel gelesen, gleich als Heins ihn zum 1.x aufgeführt hat.

Ich fand nur, dass er an den Stellen, wo es bezüglich dieses Themas hier total interessant wurde – wieder so allgemein nichts sagend wurde, wie ich es auch aus vielen Büchern kenne.

Letztendlich wird dieser Punkt immer recht elegant umgangen. Mir kommt es so vor: Kein Autor möchte sich die „Hände schmutzig machen“, keiner möchte potentielle Käufer vergraulen.

McQuag-Frank, Du schreibst, der Menschen würde ja nach Verfehlungen auch nicht ohne Gerichtsverhandlung verurteilt und bekäme eine 2. Chance.

Bekommen sie diese 2. Chance wirklich?
Warum bekommen so wenig ehemalige Straftäter problemlos eine Arbeit? Warum muss oft der Lebenslauf geschönt werden, damit sie eine Arbeit bekommen – auch bei weniger gravierenden Straftaten?
Warum möchte dann letztendlich niemand einen Menschen in seiner Umgebung wohnen haben, der eine gravierende Straftat begannen hat?

Denkt doch mal an die Überlegungen, bei uns ebenfalls eine Art öffentlich einsehbares Meldesystem einzuführen, wo jeder nachschauen kann, ob ein als Kinderschänder verurteilter Mensch in seiner Nähe wohnt.
In etlichen Ländern beschränkt sich dieses Meldesystem mittlerweile nicht mehr nur auf diese Personengruppe.

Soll heißen: In der Theorie, in Hochglanzbroschüren klingt vieles sehr gut - was sich allerdings bitte möglichst weit von meiner Haustüre abspielen soll.

Wir haben hier in der Umgebung einen sehr großen Hund, der jedes Mal zur Furie wird, wenn er einen anderen Hund sieht.
Herrchen geht mittlerweile scheinbar hauptsächlich in der Dunkelheit, was mir schon mehrer Zurufe „Bitte gehen sie schnelle weg, ich kann ihn kaum noch halten“ und „Herz-blieb-fast-stehen“ bescherte, als Herrchen unverhofft um die Ecke kam und hinfiel.

Als ich Herrchen endlich mal ohne Hund traf, habe ich ihn gefragt, warum er denn seinem Hund keinen Maulkorb anzieht, worauf ich zur Antwort bekam „Weil es eigentlich ein unglaublich lieber Hund ist und ich ihn nicht stigmatisieren will“.

Und letzteres deckt sich doch mit den Erfahrungen, die im Thread „Maulkorb tragen“ angesprochen werden: Menschen, die ihren Hund absichern, werden samt ihrem Hund stigmatisiert. Also sehen viele Menschen im Vorfeld lieber über auffälliges Verhalten ihres Hundes hinweg, verniedlichen es etc.

Deshalb finde ich diesen Thread hier so wichtig, damit möglichst viele Hundehalter sich einmal im Vorfeld Gedanken machen:
Wie gehe ich eigentlich mit Auffälligkeiten meines Hundes um?
Bin ich überhaupt in der Lage, Auffälligkeiten zu sehen?
Wie würde ich reagieren, wenn mein Hund beißt?