Hallo und viel Glück bei Eurer Entscheidung!
Wir haben mittlerweile den vierten Hund in der Familie. Der erste war aus dem Tierheim, der zweite war ein "Nothund" aus einem schrecklichen Hundelager in Polen, der dritte war ein Welpe und das Ergebnis einer "einmaligen Zuchtentscheidung" (die Besitzer haben ihre Hündin einmal decken lassen, um so vielleicht der andauernden Scheinschwangerschaften Herr zu werden) und der vierte war wieder ein Welpe und kommt aus einer "Hobby-Zucht", die böse Zungen vielleicht "Vermehrer" nennen könnten.
Mit den ersten beiden Hunden haben wir, trotz aller angänglichen Schwierigkeiten !, ganz hervorragende Erfahrungen gemacht. Sie haben sich perfekt an uns gewöhnt, sind echte Prachtstücke geworden. Für den (die) dritte gilt dasselbe. Bei dem Mädchen ging es mit dem Gewöhungsprozess nur viel schneller, weil die Kleine noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht hatte. Über "Nummer 4" will ich mich noch nicht abschließend äußern, da der kleine Racker erst seit sechs Wochen bei uns lebt. Vorläufiges Urteil: Er wird auch ein Prachtstück! Allerdings eins, mit dem man noch ein paar "Diskussionen" führen muss... ;-). Egal über welchen der Vier wir reden: Wir würden immer wieder so entscheiden.
Auf Deine Frage kann ich also nur antworten: Egal ob Welpe oder "Not-Hund": Beides geht und beides ist gut! Ich habe früher die Meinung vertreten, dass man sich bei einer solchen Entscheidung immer zuerst für einen Not-Hund entscheiden sollte. Mittlerweile sehe ich das anders. Es ist nämlich letztlich völlig egal, ob man ein armes Vieh zu sich nimmt, oder ob man verhindert, dass ein kleiner Welpe zu einem armen Vieh wird, weil niemand ihn aufnimmt. Du kannst nur höchstens einen oder zwei Hunde zu Dir nehmen. Nur ganz wenige Leute können mit ihren Lebensbedingungen auch drei oder mehr Hunde "verkraften", ohne sich selbst oder die Hunde unglücklich zu machen. Damit bleibt Dir nur die Wahl, einen armen Köter aus schlechten Umständen zu holen oder einen kleinen Welpen davor zu bewahren, in schlechten Umständen vielleicht zum armen Köter zu werden.
Dass ich mittlerweile persönlich mehr zu den Welpen tendiere, liegt an den "Schutzverträgen", die man unterzeichnen muss, wenn man einen Not-Hund aufnehmen will. Ich habe einfach eine Abneigung dagegen, dass ein fremder Mensch in mein Haus kommt und beurteilt, ob ich einen Hund haben darf oder nicht - und das dann noch verbunden mit der Option, dass er jederzeit wieder in mein Haus kommen und seine Entscheidung gegebenenfalls widerrufen darf. Aber das ist meine persönliche Meinung....
Fazit: Denk nicht zu viel darüber nach. Triff eine Bauchentscheidung. Der Hund, den Du zu Dir nimmst, muss auch zu Dir passen. Zu Deinen Vorstellungen vom Leben. Ob Du einen Welpen oder einen Tierheimhund nimmst, ist letztlich egal. Der Hund wird Dir auf jeden Fall die eine oder andere Überraschung bereit. Du wirst Dich ohnehin öfter mal fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, ANDERS zu entscheiden. Hauptsache ist, dass Ihr am Ende glücklich miteinander werdet. Und darüber entscheidet nicht die Herkunft des Hundes, sondern Euer Zusammenleben. Jedenfalls in den meisten Fällen.
LG Jochen


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