Hallo MonaLisa -
Deinen Beitrag habe ich leider überlesen. Es tut mir leid. Natürlich unterstelle ich Dir nicht, dass Du eine dieser "Tussis" bist... Zieh Dir den Schuh bitte nicht an.
Ich sage Dir aber zwischen Wissen und Praxis liegen Welten, auf Dich werden Dinge zukommen... Mit denen Du nicht gerechnet hast!
Was mich betrifft, ich bin ein gebrandmarktes Kind. Ich lernte viele verschiedene Arten von Menschen kennen. Tausend verschiedene Gründe wieso Hunde im Zwinger gelandet sind und die meiste schlechte Erfahrung mit anderen Haltern machte ich mit meinen alten Hund.
Ein 50kg schwerer Amstaffrüde. Ruhig, souverän, war eine Präsenz für sich, ganz Terrierlike.
Trotz dessen, dass er Leinen- und Maulkorbefreit war, ließ ich ihn in der Stadt immer an der Leine. (Wald / Wiese / Verein waren Ausnahme)
Trotzdem wurde er mehrfach gebissen. Es reicht von: vierzehnjähriges Mädchen mit zwei unangeleinten Rottweilern im Stadtpark (ich wurde auch gebissen), schlimmen Beschimpfungen ("geh mit deinem kampfhund woanders menschen töten, sonst schlacht ich dich und vergifte deinen köter"; sagte ein dackelbesitzer zu mir) bishin zu einem narzisstischen Nachbarn meines Vaters, der drei Hütehunde im Zwinger leben lässt und bishin zum Giftköder in meinem eigenen Garten... Übern Gartenzaun geworfen.
Der Nachbar meines Vaters:
Den seine Hunde brachen in das Grundstück meines Vaters ein, weil der Typ sich nicht um die Umzäunung seines neuen Grundstücks kümmerte und die drei überfielen Willi (einer hielt sich raus). Da er ein Leithund war, brauch ich nicht zu sagen, wie das ausging - trotzdem musste ich zum Tierarzt und der Typ erhielt viele Auflagen nach einem langen juristischen Kampf. Es waren auch viele andere Leute involviert, ein Labrador wurde fast zu tode gebissen...
Da hat die Behörde eine sehr lange Zeit nichts dagegen unternommen. "Solange kein Personenschaden entsteht..."
Menschen sind... Es tut mir leid, aber... Mir fehlen da die Worte.
Ich gehe jedem Hundehalter unterwegs ausm weg und Kontakt zu anderen gibt es nur mit Erlaubnis oder bei Hunden und Menschen, die ich gut kenne.
Früher machte ich auch viele Fehler, aus denen ich lernte.
Und mit meiner Sophie jetzt?
Habe ich das Gefühl ein komplett anderes Wesen von Hund groß zu ziehen.
In der Hundeschule und im Spiel mit anderen ist sie sehr selbstbewusst und souverän und rücksichtsvoll.
Keiner würde denken, dass der Hund eine Mimose sei.
Ich trainiere jetzt seit vier Wochen: jeden Tag das große Einkaufszentrum und es wird sehr langsam besser.
Im Ort läuft sie an der Hauptstraße mittlerweile auch sehr souverän und wenig nervös. Trotzdem schaut sie noch recht wild durch die Gegend, auch wenn sie auf Kniehöhe läuft.
Aber? Ich hatte bisher noch keinen Hund, der so sensibel aber auch selbstbewusst war respektive sein kann.
Außerdem hatte ich noch keinen Hund, der so klug war!
Sie bricht Regeln und Grenzen... Das ist der Hammer und darauf eine ruhige und konsequente Antwort zu finden...
Da braucht man Nerven.
Da hilft kein Körperblock, kein "Nein", kein Knurren (ja, ich knurre meine Hunde an)... Meine ist stur und extrem intelligent. Die verarscht mich so schnell... Das ist unfassbar.
Als ich beim Züchter war und Sophie holte, war sie bei jedem Besuch Modell "Ruhig", "Verschmust" und "Anhänglich"... Sie hat mich im Grunde auch ausgewählt...
Das hat sich nach den Wochen etwas gewandelt. Trotz allen Regeln (Sie darf nicht in jedes Zimmer, Sofa nur auf Kommando, Absitzen vor Futter und 20 Sekunden warten, nicht durch offenen Türen gehen etc... Das respektiert sie auch alles und befolgt sie) ist sie fordernd und findet in dem Regelsystem im neue Löcher, die sie bewusst manipulierend missbraucht.
RR sind, meiner bisherigen Erfahrung nach, hochkomplexe Persönlichkeiten, die unglaublich viel Fingerspitzengefühl benötigen. Und meine macht, bei dem kleinsten bisschen "Druck", sofort dicht.
Das einzige was wirkt ist Geduld...
Mir ging es die ganze Zeit ausschließlich nur um eine Sache: was machst Du, wenn du merkst, dass du überfordert bist und der Hund nicht länger im Bürostress bleiben kann?
Mein RR ist ein Hund, der es faustdick hinter den Ohren hat. Er könnte mit Bürostress nicht leben!
Sophie schläft auch keine 17 Stunden am Tag.... 11 Stunden ca...
Es entlaufen sehr viele RR und viele Rüden machen Probleme an der Leine.
Wenn dir ein schnaufender und knurrender 50kg Rüde mit 80cm widerwrist an der Leine entgegenblickt, dann hab den Mut und setz Dich durch. (oft plustern die sich ja nur auf)
Da hilft kein Bücherwissen... Auch keine Versuche es noch sooo gut zu meinen.
Was du liest ist schön und gut...
Die Praxis spricht eine andere Sprache.
Glaube mir.
Trotzdem: Ich wünsche Dir alles Gute und natürlich hoffe ich, dass du einen RR bekommst, der handzahm ist oder wird.
Alles Gute!
vlg
Matze


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